Die Geschäfte in der Zeuggasse befinden sich von jeher in der zweiten Reihe. Seit dem Kö-Umbau fühlt sich Geigenbaumeister Hellmut Kreppel von „Musik Müller“ aber geradezu abgeschnitten. Gewinner und Verlierer sind die zwei Seiten der Medaille. „Ich bin ein Verlierer“, sagt er. Seit der Baumaßnahme sei die Anzahl seiner Kunden rapide zurückgegangen. „Vorher hatte ich etwa 20 bis 40 zahlende Kunden am Tag, jetzt sind es vielleicht sechs bis acht“, so Kreppel. Dabei habe er als Fachgeschäft gar nicht die große Anzahl an Laufkundschaft. „Meine Kunden kommen genauso aus Nördlingen wie vom Ammersee. Ich befürchte, dass jetzt viele die Fahrt nach Augsburg meiden“, sagt er.
Dennoch habe er ein Plakat an einem Container am Moritzplatz angebracht, ein Transparent über den Platz mit der Aufschrift „Einkaufen in der Zeuggasse“ wäre ihm aber lieber. Die Container versperrten die Sicht auf den Zeugplatz, das koste zusätzliche Kundschaft. Ebenfalls als Verlierer fühlt sich Schuster Yakup Nayis vom „Schuh-Service“. „70 bis 80 Prozent meiner Kunden sind ältere Menschen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen. Viele bleiben jetzt weg“, sagt er. Aber auch Autofahrer würden das Gebiet nun meiden. Nayis: „Früher gab es hier keinen einzigen Parkplatz. Jetzt ist es oft leer an der Straße.“
Josef Weber, Leiter des Tiefbauamts, entgegnet, dass sich gerade für das Viertel durch die zusätzliche Abbiegespur am Königsplatz die Situation verbessert habe. Von der Schaezlerstraße kommend kann nun direkt von der Konrad-Adenauer-Allee links in die Zeuggasse abgebogen werden. Bisher hätte ihn keine einzige negative Rückmeldung erreicht. Sowohl das Foto-Atelier „Photoresque“ als auch das Einrichtungshaus „Kröll und Nill“ könnten bislang keinen Unterschied ausmachen. „Wir haben einfach mehr Stammkunden, die gezielt hierher kommen“, so Christel Nill. (ziss)