Mittwoch, 13. Dezember 2017

23. März 2014 21:00 Uhr

Augsburg

Königsplatz: Sind die Radler Gewinner oder Verlierer?

Radfahrer genießen seit dem Umbau des Kö neue Freiheiten, erleben ungewohnte Begegnungen und müssen zum Teil wieder neben den Autos fahren. Eine Testfahrt.

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Vieles hat sich für Radfahrer mit dem neuen Königsplatz verändert. Auf einer Testfahrt hat unser Redakteur fünf Strecken einmal genauer unter die Lupe genommen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Die Werbung kennt nur Gewinner. Auch am Königsplatz. Nahverkehr, Radler, Fußgänger – jedem verspricht das Projekt Augsburg City eine bessere Zukunft. Radelnde Leserbriefschreiber haben das schon anders erlebt. Wer hat Recht? Eine Testfahrt.

1. Von Süden zum Kö Wie stinkig muss das gewesen sein, als sich in der Konrad-Adenauer-Allee Autos und Lastwagen mehrspurig nach Norden gewälzt haben. Heute ist es ruhiger, die Allee eine Nebenstraße. Auf dem roten Streifen geht es in Richtung Kö. Er ist keine Radspur, denn bei Tempo 30 ist das nicht mehr erlaubt. Er soll nur die Straße enger machen und die Autos auf Tempo 30 bremsen. „Leider fahren viele immer noch schneller“, sagt Radlerin Stefania Greiner. Eine Fahrradstraße wäre denkbar, bislang gab es im Stadtrat keine Mehrheit dafür.

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Wer nach Norden radelt, muss auf Autotüren achten; rechts wird geparkt. Am Kö Pfosten. Für Autos ist Schluss. Die Fußgängerzone beginnt. Radler dürfen fahren. Das heißt: Aufpassen! Von links kommen Fahrgäste aus der Tram. Eine schnelle Radtrasse sieht anders aus. Doch die Mischung aus Radlern und Fußgängern ist hier wie auch auf dem Kö-Platz gewollt: „Wenn wir Radspuren markieren, müssten wir auch Abbiegespuren markieren und Querungsstellen für Fußgänger“, sagt der Fahrradbeauftragte der Stadt, Thomas Hertha. Vor Ort kommen die Menschen klar mit dem Rad-Fußgänger-Mix. Robert Heinhaus, Radler: „Wir regeln uns sonst zu Tode. An einem Ort wie dem Königsplatz funktioniert das nur mit Rücksichtnahme“, sagt er. Andere fahren durch das Haltestellendreieck. Verboten!

2. Von Norden zum Kö Start in der Fuggerstraße. Die Radspuren sind verblichen oder weggekratzt, bemängelt eine Frau. Das ist richtig, sagt der Fahrradbeauftragte. In der Fuggerstraße wird es auch in Zukunft keine Wege oder Streifen für Radler geben. Dafür wird das Tempo gedrosselt; Radstreifen sind nicht erlaubt. In Richtung Königsplatz wird die Lage erst einmal unklar. Geradeaus die Tramschienen, links eine Baustelle. Wohin?

Aktuell können Radler die Baustelle links umfahren, sagt Hertha. Oder sie können den Schienen folgen und dann bei der Bäckerei Ihle links auf die Fußgänger- und Radspur östlich der Haltestelle gen Adenauer-Allee fahren. Wirkt beim ersten Mal kompliziert. „Kein Problem“, winkt Stefania Greiner ab.

Der hohe Randstein wird abgebaut

3. Bahnhofstraße Was ist das? Anfahrt vom Bahnhof zum Königsplatz. Kurz vor der Schaezlerstraße das Schild: Fußgängerzone, Radfahrer frei. Aber ein hoher Randstein. „Das wird bis Ende März umgebaut“, verspricht Thomas Hertha. Auf 1,50 Metern Breite geht es dann sanft in Richtung Innenstadt. Und zuvor über die Schaezlerstraße.

4. In der Schaezlerstraße zum Kö Die Straße hatte einmal einen Radfahrstreifen in Richtung Süden. Er ist weg. „Man hat das Gefühl, die Radfahrer sind vergessen worden“, sagt eine Frau. Fahrradfahrer dürfen den Gehweg mitbenutzen – künftig bis hin zur Kaiserhofkreuzung. Doch das hat Tücken: „Gerade am Parkhaus in der Schaezlerstraße wird man schnell übersehen“, sagt die Radlerin. Bleibt nur die Straße, oder?

Jein, sagt der städtische Radbeauftragte Thomas Hertha. Seit dem Kö-Umbau ist die Schaezlerstraße im Westen des Kö die Hauptachse für Autos – in beide Richtungen. Dafür ist die Ostseite des Platzes autofrei.

Damit der Autoverkehr nicht kollabiert, hat er in der Schaezlerstraße den gesamten Platz erhalten. Für Radfahrer ist die Achse Fuggerstraße–Adenauer-Allee gedacht – Umweg inklusive. „Wer fährt denn über die Fuggerstraße, wenn er nach Göggingen will“, fragt die Frau. Helmut Kurler macht es anders. Er fährt auf der Schaezlerstraße Rad. Das ist in beiden Richtungen erlaubt. „Ich habe ein E-Bike, da kann ich gut mit dem Verkehr mitschwimmen“, sagt er. Wer an der Kaiserhofkreuzung links abbiegt, wird mit roten Streifen in zwei Zügen über die Kreuzung geführt. Aus Sicherheitsgründen, sagt Hertha. Das Linksabbiegen auf der Autospur wäre theoretisch allerdings auch erlaubt, so die Stadt.

5 In der Hermanstraße zum Kö Anfahrt von Göggingen her. Es ist eng wie eh und je. Die Ampelschaltung am Kaiserhof ist kurz. Dann hinein auf den Geh- und Radweg im Kö-Park. Enge Einfahrt. Klappt aber täglich. Der Weg endet in einer Fußgängerzone, in der Radler erlaubt sind. Daran müssen sich alle gewöhnen. Dafür geht es autofrei in die Innenstadt. Aber was ist mit der engen Hermanstraße? „Radstreifen wären nur nach einer Neuaufteilung der Verkehrsfläche möglich“, sagt Thomas Hertha vom Tiefbauamt. Dann gäbe es Gewinner und Verlierer. Der Platz für die Radler müsste fahrenden oder parkenden Autos genommen werden.

 

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Ein Artikel von
Marcus Bürzle

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