1200 geladene Gäste haben am Donnerstagabend den Abschluss der zweijährigen Generalsanierung der Kongresshalle von Augsburg gefeiert. Von Monika Schmich


Die Gäste spazierten durch das helle Foyer, plauderten bei einem Gläschen Sekt oder ließen sich auf der knallorangefarbenen Sitzschlange nieder. Drinnen im Saal spielten die Augsburger Philharmoniker. Es war wieder Leben eingekehrt in die Augsburger Kongresshalle. Nach zweijähriger Schließung und Sanierung wurde das Gebäude, das nun unter dem Namen „Kongress am Park“ firmiert, gestern Abend offiziell eröffnet. Rund 1200 geladene Gäste, darunter der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, waren zu dem Festakt gekommen. Heute können alle interessierten Besucher das „neue“ Kongresszentrum begutachten. Es ist von 14 bis 19 Uhr geöffnet.
Knapp 22 Millionen Euro hat die Generalsanierung gekostet – ein Mammutprojekt für die Stadt, die mit 9,43 Millionen den größten Teil der Kosten schultern musste. Die Investition habe sich gelohnt, befand Ministerpräsident Horst Seehofer. Er sprach von einem „Gewinn für die Stadt und die ganze Region“. Das Kongresszentrum in seiner neuen Gestalt sei ein „Ort zum Wohlfühlen und Verweilen“.
Ende 2009 hatte die Sache noch ganz anders ausgesehen. Damals war bekannt geworden, dass die Kongresshalle für Großveranstaltungen gesperrt werden muss, weil wichtige Sicherheitsvorkehrungen fehlten und weder Politik noch Behörden die Verantwortung übernehmen wollten. „Ein Aufschrei ging durch die Stadt“, erinnerte Gribl beim Festakt und räumte ein: „Wenn ich ehrlich bin, habe ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht gewusst, wie wir aus diesem Problem herauskommen.“
Die Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung haben es schließlich möglich gemacht: Bund und Land schossen mehr als fünf Millionen Euro für eine Generalsanierung hinzu. Eine Kooperation mit den Stadtwerken bei der Energieversorgung sicherte weitere 6,5 Millionen Euro. Auch viele Sponsoren und der Gastronomiepächter Kahn unterstützten das Projekt. Im Mai 2010 gingen schließlich die Arbeiten los.
Jetzt, zwei Jahre später, sind nicht nur die Sicherheitsmängel behoben. Für den Besucher fast unsichtbar wurde das Gebäude energetisch saniert, es bekam eine neue Lüftungsanlage und Solarzellen auf das Dach. Der Energieverbrauch konnte so um 70 Prozent reduziert werden, erklärte Gribl.
Die markante Architektur, die von wuchtigem Sichtbeton und der gläsernen Fassade geprägt ist, blieb. Und dennoch: Das 70er-Jahre-Design wurde neu belebt. Das Gebäude präsentiert sich heute in einem besonderen Charme. Das musste gestern auch Wirtschaftsreferentin Eva Weber anerkennen. Noch zu Beginn der Sanierung habe sie den Architekten gegenüber gestanden, dass sie mit Sichtbeton nichts anfangen könne, erzählte sie in ihrer Rede. Heute sei das anders: „Jetzt bin ich ganz verliebt in dieses Schmuckkästchen.“ Dass sie mit dieser Meinung nicht allein dasteht, zeigt der schon jetzt volle Programmkalender. Für dieses Jahr sei „Kongress am Park“ mit 121 Veranstaltungen komplett ausgebucht, berichtet Tourismusdirektor Götz Beck. In der kommenden Woche wird hier der bayerische Apothekertag stattfinden. Künstler wie Monika Gruber oder Konstantin Wecker haben sich ebenso eingemietet. „Jede Stadt in Deutschland würde sich freuen, wenn sie ein solches Kongresszentrum hätte“, so Beck.
In Augsburg tut man das bereits: Wirtschaftsreferentin Weber sieht die Stadt nach der Sanierung und dank des aufblühenden Messestandorts „erstklassig aufgestellt“. Gribl hofft, dass das Kongresszentrum zum „gesellschaftlichen Mittelpunkt“ und „Treffpunkt der Kultur“ wird. Gestern Abend war es das bereits: Das Philharmonische Orchester unter der Leitung des Generalmusikdirektors Dirk Kaftan war zurückgekehrt – an seine alte, neue Heimat. Und mit ihm das kulturelle und gesellschaftliche Leben im „Kongress am Park“.
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