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07. Januar 2009 14:07 Uhr

Schlachthof

Kuh Molli rannte um ihr Leben

Kuh Molli wollte nicht sterben. Deshalb ist die Kuh aus dem Augsburger Schlachthof ausgebüxt. Es war schon das zweite Mal, dass Molli knapp dem Tod entkommen war. Von Lea Thies Von Lea Thies

Ein Feuerwehrmann verfolgt die ausgebuxte Kuh, die in eine Tiefgarage rennt.
Foto: Feuerwehr Augsburg

Von Lea Thies

Augsburg. Große Aufregung am Mittwochmorgen in der Berliner Allee: Kuh Molli war vom Schlachthof in der Proviantbachstraße ausgebüxt und rannte um ihr Leben. Der Ausflug in die Freiheit währte nicht lange: In der Tiefgarage des Modeparks Röther wurde das weibliche Jungrind eingefangen und musste dann doch zum Schlachter.

Friedhelm Bechtel traute zunächst seinen Augen nicht, als er gestern Morgen gegen 8 Uhr an der Feuerwache in der Berliner Allee eine Kuh vorbei galoppieren sah. Der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr schlug Alarm und zwei Kollegen nahmen sofort die Verfolgung des Tieres auf. Über die Berliner Allee auf die Lechhauser Straße, vorbei an zahlreichen Autofahrern im Berufsverkehr. "Die haben alle gelacht", sagt Bechtel. Doch die Situation war nicht ganz ungefährlich: Molli war auf ihrer Flucht aggressiv und lief direkt auf die Feuerwehrleute zu. Die Polizei rückte mit Gewehren bewaffnet an, gab aber keinen Schuss ab.

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"Molli ist im Gegensatz zu einer Milchkuh halbwild und ohne Menschenkontakt in der Herde aufgewachsen", erklärt ein Mitarbeiter des Schlachthofes auf Anfrage unserer Zeitung. Weil das Jungrind von der Herde getrennt gewesen war, habe es verstört reagiert und sei durch ein nicht ganz zugezogenes Tor entkommen. Molli habe nicht wissen können, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hat, meint der Schlachthofmitarbeiter. Vor zwei Wochen war das Tier bereits in letzter Minute dem Tod von der Schippe gesprungen. Wegen eines technischen Defekts im Schlachthof habe der Landwirt Molli wieder nach Hause transportieren müssen, so Bechtel. Dieses Mal hatte das Jungrind aber kein Glück.

Die Feuerwehr schnitt dem Tier auf Höhe des Modeparks Röther den Weg ab und trieb es in die dunkle, leere Tiefgarage. Dort fingen der Landwirt und Schlachthofmitarbeiter Molli wieder ein und transportierten sie mit einem Anhänger ab. Zur Beruhigung wurde sie nach Absprache mit einem Tierarzt mit anderen Kühen zusammengestellt. Bechtel und seine Kollegen hatten Mitleid mit "der intelligenten Kuh" Molli und hätten sich ein Gnadenbrot für das Tier gewünscht. Doch als der Feuerwehrsprecher das Mittwochmittag sagte, war Molli schon tot.

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