Das wird eines der umfangreicheren Verfahren der Augsburger Justiz im kommenden Jahr: Die 1. Kammer des Landgerichts hat nun die Prozesstermine gegen Parkplatz-Sheriff Arthur Schifferer festgesetzt. 24 Verhandlungstage sind dafür angesetzt, 160 Zeugen werden vorgeladen. Das gab das Landgericht gestern bekannt. Start des Prozesses ist der 1. Februar, voraussichtliches Ende wird Mitte Juni sein. Schifferer sitzt unterdessen weiter in Untersuchungshaft. Von Stefan Krog
Sieben Anklagen liegen gegen den 30-Jährigen vor
Gegen den 30-Jährigen liegen wie berichtet sieben Anklagen vor. Insgesamt 101 Taten, vor allem Erpressung, Nötigung und Beleidigung, sind darin aufgeführt. Voraussichtlich am 10. Februar wird die Kammer auch unter freiem Himmel verhandeln, wenn es nämlich einen Ortstermin in der Oberbürgermeister-Dreifuß-Straße gibt.
Dort hatte Schifferer ein knappes Jahr lang den Privatparkplatz eines Ärztehauses von Falschparkern befreit, allerdings mit recht umstrittenen Methoden. Es geht unter anderem darum, dass Falschparker, die noch vor dem Abschleppen zu ihrem Auto zurückkamen, am Wegfahren gehindert worden sein sollen, obwohl sie ihre Personalien für eine Rechnung daließen.
Offenbar ging es Schifferer darum, sofort abzukassieren und Druck auszuüben, glaubt die Staatsanwaltschaft. Das kostenpflichtige Abschleppen an sich, so heißt es, sei rechtlich nicht das Problem, sondern eher die Vorgehensweise.
Ob das Gericht tatsächlich die angesetzten 24 Verhandlungstage benötigen wird, ist unklar. Schifferer hat bislang über seine Verteidiger bestreiten lassen, dass an dem Tun hinter der City-Galerie etwas Illegales gewesen sei.
Da die Geldforderungen grundsätzlich gerechtfertigt seien, könne es sich bei den angeklagten Taten gar nicht um Erpressung handeln, so der Heidelberger Professor Jürgen Rath, neben Catarina Neske-Müller und Marco Müller einer von Schifferers drei Verteidigern.
Anwälte haben inzwischen Haftbeschwerde eingelegt
Wie der Vorsitzende der 1. Kammer, Richter Dr. Claus Pätzel, unserer Zeitung auf Anfrage bestätigte, hat Schifferer inzwischen eine Haftbeschwerde eingereicht. Schifferer sitzt wegen Fluchtgefahr seit Oktober in Untersuchungshaft. Fraglich ist, ob heuer noch über die Beschwerde entschieden wird.
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