Freitag, 18. August 2017

03. Januar 2017 00:34 Uhr

Liebte Brecht die Marie A.?

„Dreigroschenheft“ behandelt das Gedicht

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Lässt sich über Brechts bekanntestes Liebesgedicht, die „Erinnerung an die Marie A.“ von 1920, noch etwas Neues sagen? Die Germanistin Gudrun Schulz unternimmt es im neuen Dreigroschenheft (Nr. 1/2017). Allein schon deshalb, um Jan Knopfs Einordnung, wenn ein Gedicht Brechts frauenfeindlich sein sollte, dann dieses, zu widerlegen. Knopf kritisiert den „Menschenverschleiß“ darin, das herabwürdigende Gehabe gegen die Liebe und den Zynismus, mit dem die Geliebte vergessen wird.

„Das Gedicht ermöglicht diese, aber auch andere Lesarten“, hält Schulz dagegen. Etwa dass die „stille, bleiche Liebe“, die der Liebende im Arm hält, den Tod einschließt. Die verlorene Erinnerung ginge damit einher. „Dem aber beugt Brecht vor, indem er die Wolke beschwört, die ihn an die Liebe erinnert“, so Schulz. Sie erwägt auch die Germanistenthese: Wärme war es, was Brecht drängte, sich kalt zu stellen. Ein Mittel der Verfremdung hätte er dann in Metaphern wie „im blauen Mond“ und „die stille, bleiche Liebe“ angewendet. Oder ist Marie A. der Typos einer Geliebten, ähnlich der Gottesmutter Maria – zumal Brecht neben der Augsburger Schülerin Marie Rose Amann auch deren Schwester Rosa gemeint haben kann.

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Keineswegs, so Gudrun Schulz, in dem Aufsatz, pflege Brecht in seinem „Sentimentalen Lied Nr. 1004“ nur seinen Narzissmus. Dafür habe der Dichter zu viel Mühe in der Form verwendet, zu perfekt Vokale wiederholt (Mond, Wolke, oben) und gewechselt (blauen, Pflaumenbaum, Traum // hielt, sie, Liebe). Hier sei die Liebe nicht tot, „denn die Wolke lebt, mit der sich die stille, bleiche Liebe verbunden hat“.

100 Jahre nach der russischen Oktoberrevolution 1917 geht Dieter Henning im Heft Brechts Lenin-Lektüre nach. Lenins Sorge um den Hunger des Volkes, der durch eine bourgeoise Konterrevolution stark ausgelöst werden könnte, als Vorbedingung des Aufstandes sprach B.B. an. Kennzeichnend sei für ihn, dass er nicht theoretischen Fragen nach Gesetzmäßigkeiten einer Revolution nachgeht, sondern wie es den Leuten dabei ergeht. Alois Knoller

Nr. 1/2017 online unter www.dreigroschenheft.de

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