Samstag, 25. Juni 2016

16. Februar 2016 16:10 Uhr

Augsburg

Mädchenschule Maria Stern nimmt jetzt auch Jungen auf

Gymnasium und Realschule von Maria Stern öffnen sich für Jungen. Damit gibt es in Augsburg nur noch zwei reine Mädchenschule. Wie kam es dazu?

i

Realschule und Gymnasium von Maria Stern öffnen sich jetzt auch für Jungen.
Foto: Anne Wall

Um 1970 mussten Maria-Stern-Schülerinnen hinter geschlossenen Türen im Klassenzimmer bleiben, wenn für einen Kurs ausnahmsweise Jungen in die Klosterschule durften, erinnern sich ehemalige Schülerinnen. Ab September 2016 werden Jungs zum Alltag an Gymnasium und Realschule gehören. Die Einrichtungen an der Gögginger Straße öffnen ihr Angebot. Peter Kosak, Direktor des Schulwerks der Diözese, sagt: „Aufgrund der großen Nachfrage werden Gymnasium und Realschule diesen Schritt gehen.“ Seit Jahren ist die Öffnung der kirchlichen Mädchenschulen in Augsburg Thema – vor allem, was den Realschulbereich anbelangt. Hier gab jahrelang nur zwei staatliche, gemischte Schulen. Dementsprechend knapp war und ist das Angebot; viele Buben müssen in Nachbarorte fahren.

2010 entschlossen sich die Maria-Ward-Schulen nach längerer Diskussion, Jungen im Ganztag aufzunehmen. Der Andrang sei riesig, sagt Kosak, der bis vor kurzem Leiter des Maria-Ward-Gymnasiums an der Frauentorstraße war. Nun komme man dem Wunsch von Elternschaft, Stadt und Freistaat auch an Maria Stern nach. Der Schritt habe nichts damit zu tun, dass die Anmeldezahlen am Gymnasium zuletzt rapide gesunken waren. Es sei vielmehr wichtig, dass beide Einrichtungen ihn gemeinsam gehen, weil sie keine getrennten Räumlichkeiten haben.

ANZEIGE

Realschüler fahren ins Umland

Augsburgs Bildungsreferent Hermann Köhler begrüßt den Entschluss als Erweiterung des schulischen Angebots. Die Situation beschreibt er so: „Alle Buben bekommen einen Platz, aber nicht immer an der Wunschschule.“ Viele Jungen aus Lechhausen fahren nach Affing-Bergen. Eine der drei Klassen dort ist immer „Augsburgerisch“. Ähnliche Verhältnisse herrschen mit Inningen, Bergheim und Bobingen sowie Haunstetten und Königsbrunn oder Bärenkeller und Neusäß. Auch Mädchen, die an eine gemischte bzw. nicht an eine kirchliche Einrichtung wollen, tun sich schwer. Denn an der Bertolt-Brecht-Realschule (Beethovenviertel) und der Heinrich-von-Buz-Realschule (Oberhausen), die beide bis Anfang der 2000er-Jahre Knabenschulen waren, ist der Bubenanteil wegen des geringen Platzangebots in Augsburgs überdurchschnittlich hoch.

Sabine von Weber-Hüfner von der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für Realschulen in Schwaben, sagt, auf den Informationsabenden für Eltern von Viertklässler gebe es „vereinzelt“ Nachfragen wegen des Themas. Man finde jedoch für jedes Kind einen Platz. Bedarf für eine zusätzliche Realschule in Augsburg sehen weder sie noch Köhler. „In dieser Hinsicht haben sich die Wogen geglättet“, sagt von Weber-Hüfner. Der Schulreferent stellt die gute Zusammenarbeit mit dem Umland im gesamten Bildungsbereich in den Mittelpunkt. Während zu Gymnasien viele Schüler einpendeln, pendeln bei Realschulen viele aus. Auch bei den Beruflichen bzw. Fachoberschulen spreche man sich ab.

Es gibt weiter auch getrennte Angebote

An den Stern-Schulen wird es eine Besonderheit geben. Wie an Maria Ward erprobt, wird das Konzept der „Reflexiven Koedukation“ umgesetzt: Neben dem gemeinsamen Unterricht würden Wege der geschlechterspezifischen Bildung entwickelt, so Kosak. Dies gelte sowohl für den Unterricht – zum Beispiel in Sprachen oder Mathematik – als auch für das Angebot der offenen Ganztagsschule.

Das Konzept der musischen und naturwissenschaftlichen Ausrichtung am Gymnasium bleibt. Allerdings wird Englisch in beiden Zweigen erste Fremdsprache. Die Realschule wird ihren Weg als MINT-zertifizierte Schule mit der Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ausbauen. Zweisprachiger Unterricht im Sach- und Fachbereich stellt ein weiteres Angebot dar.

Nur noch eine Mädchenschule

Eine (kirchliche) Schule nur für Jungen gibt es in Augsburg nicht. Das Gymnasium St. Stephan ist staatlich und seit Ende der 90er Jahre koedukativ. Es bleiben in Augsburg nur noch zwei reine Mädchenschule: das Stetten-Institut mit Realschule und Gymnasium sowie die Realschule bei St. Ursula, die ebenfalls zum Schulwerk gehört. Bei St. Ursula stehe in absehbarer Zeit keine Öffnung an, so Kosak. Die Schule verändere sich jedoch ebenfalls. So führt sie im September gebundenen Ganztagsunterricht ein. In einer solchen Klasse wird der Unterricht auf den Vormittag und Nachmittag verteilt. „Wir wollen unsere Schule noch mehr zum Lern- und Lebensraum für unsere Schülerinnen machen“, erklärt Schulleiterin Doris Mayer.

Informationen: Für die Realschule gibt es am Freitag, 26. Februar, ab 16.30 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, ab 19 Uhr ist eine Informationsveranstaltung. Am Gymnasium gibt es am Mittwoch, 2. März, um 19 Uhr einen Infoabend.

i

Ihr Wetter in Augsburg-Stadt
24.06.1624.06.1625.06.1626.06.16
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            Gewitter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
Unwetter18 C | 32 C
16 C | 26 C
11 C | 20 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Ute Krogull

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Fachkräfte-Kampagne der Region Augsburg