Der Druckmaschinenhersteller Manroland hat zwei neue Eigentümer in Augsburg und Offenbach. Sie erklären, wie sie mit den alten Konzepten nun erfolgreich sein wollen. Von Monika Schmich

Manroland war ein Weltkonzern, zu besten Zeiten 9000 Mitarbeiter stark, mit großen Werken an drei Standorten in Deutschland. Seit gestern sind diese Zeiten offiziell zu Ende. Manroland ist zerschlagen. Die Standorte des insolventen Druckmaschinenherstellers in Augsburg und Offenbach sind fürs Erste gerettet, sie werden aber künftig von zwei unterschiedlichen Eigentümern geführt. Der Name Manroland wird an beiden Standorten erhalten bleiben.
Nachdem die Lübecker Possehl-Gruppe bereits Ende Januar das Augsburger Zeitungsdruckwerk übernommen hatte, erhielt am Mittwoch der britische Mischkonzern Langley den Zuschlag für den Standort Offenbach. Auch für das dritte Werk in Plauen stehe eine Lösung bevor, kündigt Insolvenzverwalter Werner Schneider an.
In Augsburg saßen die Neuen gestern gemeinsam an einem Tisch und erklärten, warum sie an die Zukunft des Druckmaschinenherstellers glauben: links Tony Langley, der britische Maschinenbauunternehmer, der die Bogendruck-Produktion in Offenbach in seinen Mischkonzern eingliedern wird; rechts Possehl-Chef Uwe Lüders, der selbst als Geschäftsführer in Augsburger einsteigen will. Und mittendrin Insolvenzverwalter Werner Schneider. Mehr als 100 Millionen Euro hätten die von ihm eingefädelten Verkäufe eingebracht. Nach Angaben von Betriebsratschef Jürgen Bänsch hätte Possehl für den Augsburger Standort ohne Gebäude 43 Millionen Euro gezahlt.
Schneider schwärmte gestern in den höchsten Tönen von den Neuen. Sie werden „Manroland in eine neue Zeit, in eine neue Dimension führen“, sagte er. Die Ziele von Lüders und Langley klangen tatsächlich alles andere als bescheiden: Schon in diesem Jahr wollen sie mit ihren Unternehmensbereichen in die Gewinnzone kommen. Wie, dazu verrieten die künftigen Chefs nur wenig. Ein großer Strategiewechsel scheint nicht geplant. „Das Geschäft wird so weitergeführt wie bisher“, sagte Lüders. Heißt: Sowohl der Neubau von Zeitungsdruckmaschinen als auch das Servicegeschäft bilden weiterhin die zentralen Standbeine des Augsburger Standorts. Und trotzdem glaubt Lüders, dass der Weg, der das Unternehmen vergangenen November in die Pleite geführt hat, nun erfolgreich sein könnte. Aus einem Grund: „Die Kosten sind jetzt niedriger.“ Vor allem beim Personal sparen die neuen Eigentümer. 741 Mitarbeiter mussten in Augsburg gehen. Der Standort hat noch 1510 Beschäftigte.
In Offenbach sind von einst rund 1770 Mitarbeitern noch 824 da. Der Plauener Standort wurde um 348 Arbeitsplätze auf 320 reduziert. Possehl-Chef Lüders wollte gestern nicht ausschließen, dass sein Unternehmen auch dieses Werk übernimmt. Im Zuge der Insolvenz waren bei Manroland deutschlandweit mehr als 2000 Stellen in Deutschland gestrichen worden. Insolvenzverwalter Schneider sprach von einem „unschätzbaren Wettbewerbsvorteil“ gegenüber Heidelberger Druck und Koenig & Bauer. Die verkleinerten Standorte „starten jetzt in der richtigen Größe, wie es der Markt verlangt“. „Die Restrukturierung liegt bereits hinter uns“, sagte Investor Langley. Die Erwartungen wurden dementsprechend zurückgeschraubt. In Augsburg rechnet man 2012 mit 300 Millionen Euro Umsatz – im einstigen Weltkonzern waren es mal zwei Milliarden Euro gewesen.
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