Die Fugger und die Mozarts haben mehr gemeinsam, als den Auftritt des "Chevalier Mozart" bei der musikalischen "Academie" am 22. Oktober 1777 im Fugger'schen Konzertsaal am Augsburger Zeugplatz. An die Begegnungen beider Familien seit dem späten 16. Jahrhundert erinnert eine neue Vitrine im Mozarthaus samt einem Hörbild, beides konzipiert von Martin Kluger. Von Alois Knoller

Als Blickfang dient ein Abguss der Gedenktafel aus der Fuggerei, wo der Maurer Franz Mozart von 1681 bis 1693 das Haus Mittlere Gasse 14 bewohnte. Etliches spricht dagegen, dass der Urgroßvater von Wolfgang Amadé in der Armensiedlung aus reiner Not lebte. Schließlich hatte er im Jahr seines Einzugs die Meisterprüfung abgelegt. Im städtischen Steuerbuch ist er allerdings geführt als ein Bürger, der eher weniger verdiente.
Für die Annahme, Franz Mozart könnte Fugger'scher Stiftungsbaumeister gewesen sein, fand Fugger-Archivar Franz Karg keinerlei Beleg. In den Rechnungsbüchern tauche lediglich dessen Vater David Mozart auf. 1678/79 erhielt er 137 Gulden für einen offenbar größeren Auftrag, und 1683/84 sind für seine Maurerarbeit 46 Gulden vermerkt. Sohn Franz könnte an den Aufträgen beteiligt gewesen sein. Sein Bruder Hans Georg, Baumeister des Augsburger Domkapitels, baute jedenfalls 1704 und 1719 am Fuggerschloss Wellenburg.
Erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen den Fuggern und den Mozarts stellte Verlagslektor Michael Friedrichs bei einem Vortrag im Mozarthaus fest: Sie waren Handwerker - Weber die einen, Maurer und Buchbinder die anderen. Sie sind beide vom Land in die Freie Reichsstadt zugewandert und haben hier ihren Aufstieg genommen. Sie sind beide Weltbürger geworden, die den Namen Augsburg nachhaltig hinaustragen. Verbrachte ein junger Fugger seine ersten beiden Geschäftsjahre auf Reise zu den Kontoren der Firma, so kam auch das musikalische Wunderkind Wolfgang Amadé weit in der Welt herum.
Welche Familie weltweit bekannter ist? Die Internet-Suchmaschine Google zeigt 22 Millionen englische Einträge zu Mozart, aber nur 199 000 zu Fugger. Auf Kisuaheli gebe es gerade zwei Fugger-Fundstellen, aber 1120 zu Mozart. Die Fugger haben eine Homepage in elf Sprachen, mozart.de existiert nicht.
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