Montag, 23. Januar 2017

06. Dezember 2014 07:41 Uhr

Augsburg

Medizin studieren in Augsburg: 2018 kommt die Uniklinik

Die Uniklinik kommt für Horst Seehofer so sicher „wie das Amen in der Kirche“: Von 2018 an sollen 1500 junge Menschen in Augsburg Medizin studieren.

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Die Augsburger Uniklinik soll kommen.
Foto: Archiv

2018 ist für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) das Jahr, in dem die Uniklinik Augsburg aufgebaut sein wird. Zweifel an der Umwandlung des Klinikums in eine universitäre Einrichtung mag er nicht mehr hören. „Dass wir das realisieren, ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagte Seehofer am Freitag bei einem Besuch der Redaktion unserer Zeitung. Läuft alles nach Plan, könnte bereits 2018 das Medizinstudium in Augsburg möglich sein.

Der bisherige Verlauf des Projekts stimme ihn „sehr optimistisch“, sagte Seehofer. Die Universitätsklinik hatte der Ministerpräsident der Stadt 2009 in einem Eintrag ins Goldene Buch versprochen („Die Uni-Klinik kommt!!!“). Seitdem treibt er das Vorhaben, das für nicht möglich gehalten worden war, politisch mit großem Nachdruck voran. Die Berechtigung des ehrgeizigen Projekts steht für ihn außer Frage. Denn der Regierungsbezirk Schwaben sei der einzige in Bayern, der über keine eigene Universitätsklinik verfüge. Seehofer: „Die Bevölkerung in Augsburg und Schwaben hat ein Recht auf eine Uniklinik.“

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Neues Gebäude soll 250 bis 300 Millionen Euro kosten

Die Kosten für die neuen Gebäude sieht der Ministerpräsident nicht als Problem. Die Rede ist von 250 bis 300 Millionen Euro. Angesprochen auf Widerstände in anderen bayerischen Unikliniken, die offenbar befürchten, ihre Mittel künftig mit Augsburg teilen zu müssen, erklärte Seehofer: Diese Sorge sei völlig unbegründet. „Forschung und Lehre sind Zukunftsfelder, in die der Freistaat investiert.“ Wie berichtet, laufen derzeit die Verhandlungen wegen der Übernahme des Klinikums durch den Freistaat.

Das Großkrankenhaus wird seit seinem Start vor 30 Jahren von Stadt und Landkreis Augsburg allein getragen. Deutschlandweit ist es ungewöhnlich, dass ein Klinikum dieser Größenordnung nur von kommunaler Hand betrieben wird. Stadt und Kreis sind als Betreiber des Krankenhauses der höchsten Versorgungsstufe, das für ganz Schwaben wichtig ist, finanziell an ihre Grenzen geraten. Seit Jahrzehnten gab es vergebliche politische Vorstöße, den Freistaat ins Boot zu holen.

Uni Augsburg rechnet mit 1500 Medizin-Studenten

Doch erst die Konstellation von Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU), der 2008 ins Amt kam, und Ministerpräsident Seehofer brachte den Durchbruch. Für die künftige Uniklinik wurde bereits ein Modellstudiengang entwickelt, der laut Unipräsidentin Sabine Doering-Manteuffel „einmalig“ ist. Medizinstudenten sollen in Augsburg von Anfang an Kontakt mit Patienten haben und ihr Studium nicht erst mit einer vorklinischen Ausbildung beginnen, sagte sie kürzlich in einem Interview mit unserer Zeitung.

In den vergangenen neun Monaten entwickelten Uni und Klinikum ein gemeinsames Forschungskonzept. 2015 wird es dem Wissenschaftsrat zur Entscheidung vorgelegt. Dessen Zustimmung ist eine Voraussetzung für die Einrichtung der Uniklinik. Unipräsidentin Doering-Manteuffel rechnet mit einmal 1500 Medizinstudenten in Augsburg und einer Medizinischen Fakultät mit insgesamt 80 Professoren.

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Alfred Schmidt

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