Donnerstag, 25. Mai 2017

19. Januar 2017 00:33 Uhr

Kulturpolitik

Mehr Profil für den Brechtpreis

Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel möchte den Literaturpreis öfter ausloben. Überhaupt beschäftigt ihn der Dichter gerade auf vielerlei Weise

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Im Grund klingt es erst einmal einfach, einen Preis auszuloben: Man muss ein Preisgeld zur Verfügung stellen und im Anschluss einen geeigneten Kandidaten finden. Und schon bei der zweiten Vergabe wird es schwierig. Gibt es bei der Preisvergabe jetzt eine Linie, eine Idee oder ist prinzipiell jeder preiswürdig: jung oder alt, Talent oder Veteran? Auf der Liste der Preisträger des Brechtpreises, der seit 1995 in der Regel alle drei Jahre insgesamt acht Mal vergeben worden ist, finden sich große Sprünge. Von der Schriftstellerin Silke Scheuermann, die den Preis vergangenes Jahr im Alter von 42 Jahren bekommen hat, bis zum Schweizer Schriftsteller Urs Widmer, der den Preis im Jahr 2001 im Alter von 62 Jahren erhielt. Nun möchte Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel eine Linie in die Vergabepraxis des Preises bekommen.

Erstes großes Anliegen des Kulturreferenten ist es, die Häufigkeit der Vergabe zu erhöhen. „Wenn wir den Preis nur alle drei Jahre verleihen, geht die Wirkung verloren, dann wird er nicht richtig wahrgenommen“, sagt Weitzel. Deshalb sieht der neue Haushaltsplan die nächste Auslobung im Jahr 2018 vor. Das wäre ein Zwei-Jahres-Rhythmus, in dem Weitzel auch in Zukunft fortfahren möchte.

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Zweite Stellschraube, an der Weitzel nachjustieren will, ist die Vergabepraxis. „Bislang sind dafür keine einheitlichen Richtlinien festgeschrieben“, sagt er. Und das führte in der Reihe der Preisträger zu den Schwankungen – mal wurde eher ein Lebenswerk geehrt, mal eher noch ein aufstrebender Schriftsteller. Herauszuhören ist, dass Weitzel den Preis eher weiter an jüngere Autoren wie Scheuermann, Ostermaier oder Dea Loher vergeben würde. „Für so eine Ausrichtung würde ja auch einiges im Werk und Schaffen Brechts sprechen“, sagt Weitzel. Der Preis würde dann stärker Bezug nehmen auf den jungen, den Augsburger Brecht.

Ebenfalls in der politischen Diskussion ist gerade, wie es im kommenden Jahr mit dem Brechtfestival weitergeht. Der Berliner Regisseur und Schauspieler Patrick Wengenroth hat vergangenes Jahr nur einen Vertrag für 2017 bekommen. Damals hatte gegen eine längere Bindung gesprochen, dass das Festival noch ein Jahr am Theater hätte stattfinden können und dann – sanierungsbedingt – alles anders zugeschnitten und geplant hätte werden müssen. Durch die Schließung des Großen Hauses musste Wengenroth bereits in diesem Jahr völlig neue Wege beschreiten. „Da fehlt jetzt einfach der große Theatersaal“, sagt Weitzel. Dem Kulturreferenten wäre am liebsten, wenn die Weichen für das Jahr 2018 bereits in der nächsten Kulturausschusssitzung im Februar gestellt werden, damit die Diskussion um die Festivalzukunft nicht wieder wie in den Vorjahren das Festival selbst zu überlagern droht. Weitzel deutet an, dass das Festival dann auch wieder in den Räumen des Theaters stattfinden könne. 2018 stünde im Martini-Park eine große Spielstätte mit Platz für rund 600 Besucher zur Verfügung.

Letzter Punkt in Weitzels Brecht-Angelegenheiten ist das Augsburger Brechthaus. Aus der leer stehenden Wohnung möchte Weitzel nun eine Künstlerresidenz machen, in der wechselnde Künstler wohnen sollen, die gerade in Augsburg arbeiten. Es müsse noch ein Modus gefunden werden, in dem durchgewechselt werden könne. Weitzel denkt zum Beispiel an Künstler, die gerade mit Bluespots Productions oder dem Sensemble Theater zusammenarbeiten. Er denkt aber auch daran, dass im Brechthaus der Festivalleiter des Brechtfestivals wohnen könne, sollte er in Augsburg vor Ort beschäftigt sein.

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Thomas Weitzel | Augsburg | Brecht

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Richard Mayr

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