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12. Januar 2012 16:09 Uhr

Soziales

Ministerin zeigt Herz für Eltern

Augsburg ist Modellstandort für Familienstützpunkte. Freistaat bezuschusst das Projekt mit über 212000 Euro

Ministerin Christine Haderthauer übergibt das Siegel an Ulrich Nießeler vom Arbeiter-Samariter-Bund.
Foto: Kerpf

„Eltern sind heute nicht schlechter als früher.“ Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer zeigte Verständnis für die Mütter und Väter in unserer Gesellschaft, von denen heute viel mehr verlangt werde als noch vor 30 Jahren. Die Politikerin war nach Augsburg gekommen, um im SOS-Familienzentrum im Hochfeld einen Familienstützpunkt einzuweihen.

Augsburg ist einer von elf Modellstandorten in Bayern, die flächendeckend mit Familienstützpunkten ausgestattet werden sollen. Vier dieser Anlaufstellen, in denen Familien Unterstützung bekommen, gibt es bereits in den Regionen Nord/West, Süd, Ost und Stadtmitte. Zwei weitere im Hochfeld und in Oberhausen kamen jetzt mit dem Besuch der Ministerin hinzu. Zugleich schaltete Haderthauer ein neues Online-Portal frei, das alle Stützpunkte, alle Ansprechpartner, Angebote und weiterführende Links aufzeigt. Der Freistaat bezuschusst das Projekt Familienstützpunkte mit 212670 Euro für eine Laufzeit von zwei Jahren.

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Der traditionelle Ansatz der Jugendhilfe stelle das Kind in den Fokus, erklärte die Ministerin. „Das allein reicht nicht mehr, das muss man weiter fassen und in die Familie hineintragen.“ Denn Kinder seien nur zufrieden, wenn es ihre Eltern auch sind. Bildung sei in dem Zusammenhang besonders wichtig. „Es geht nicht darum, dass Akademikereltern mit ihrem Nachwuchs hochphilosophische Gespräche am Frühstückstisch führen“, so Haderthauer weiter. Die wichtigste Bildungsinvestition sei es, Eltern stark zu machen, denn: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, zitierte die Politikerin ein Sprichwort aus Afrika.

Verkrampfter Umgang mit Hilfe für Eltern in Deutschland

Da es dieses Dorf beziehungsweise das Familiennetzwerk aus mehreren Generationen heute nicht mehr in dem Maße gebe wie früher, seien die Anforderungen an Eltern, zumal an alleinerziehende, heute ungleich höher. Und noch etwas wünscht sich die Politikerin: „Eine Mutter soll sich nicht schämen müssen, wenn sie sich Hilfe zur Erziehung ihres Kindes holt. Wir gehen in Deutschland viel zu verkrampft mit der Hilfe für Eltern um.“ Existenzgründer – und das finde keiner seltsam – bekämen auch jegliche Unterstützung.

familieaugsburg.de

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