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08. März 2010 13:06 Uhr

Selbstanzeige gefordert

Missbrauch: Bistum Augsburg geht gegen Pfarrer vor

Das Bistum Augsburg geht gegen einen Pfarrer vor, der des sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtigt wird. Der Geistliche wurde aufgefordert, sich selbst anzuzeigen - bis spätestens heute Abend.

Augsburger Dom (A. Kaya)
Foto: Alexander Kaya

Das Bistum Augsburg geht gegen einen Pfarrer vor, der unter demVerdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern steht. Der verdächtigeGeistliche wurde aufgefordert, sich selbst anzuzeigen.

Wie das Bistum Augsburg am Montag berichtete, stammt der Verdachtsfall bereits aus dem Jahr 1999. Damals habe man Hinweise von Eltern erhalten, dass sich ein Gemeindepfarrer gegenüber Kindern "moralisch fragwürdig" verhalten habe.

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Die Eltern hätten das Bischöfliche Ordinariat allerdings ausdrücklich gebeten, im Interesse ihrer Kinder kein öffentliches Aufsehen zu erregen und von einer Strafanzeige abzusehen. Gleichzeitig hätten die Eltern um disziplinarische Maßnahmen gegen den Pfarrer gebeten.

Der beschuldigte Pfarrer habe seinerzeit bestritten, dass sein Verhalten gegenüber Kindern und Jugendlichen "jemals die Schwelle des moralisch oder rechtlich Erlaubten" verletzt habe. Der zuständige Personalreferent des Bistums habe den Pfarrer dennoch sofort von dessen Pfarrstelle abberufen und mit einer Aufgabe betraut, "bei der keine Gefahr eines unkontrollierten Kontaktes zu Kinder und Jugendlichen bestand".

Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern, so das Bistum in seiner Mitteilung weiter, sei in der Versetzung nur von "persönlichen Gründen" die Rede gewesen. Der Priester sei bis heute nicht mehr als Gemeindepfarrer eingesetzt worden.

Aufgrund aktueller Hinweise habe das Bischöfliche Ordinariat den Vorgang jetzt aber neu aufgegriffen. Nach einem Gespräch mit dem ehemaligen Pfarrer am vergangenen Freitag habe der Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Domkapitular Harald Heinrich, dem Priester dringend nahegelegt, die Staatsanwaltschaft Augsburg über den fraglichen Tathergang zu informieren und diesen rückhaltlos aufklären zu lassen.

"Dem Priester wurde auch unmissverständlich klar gemacht, dass die Diözese Augsburg ihrerseits die Staatsanwaltschaft einschalten wird, wenn die Selbstanzeige nicht bis zu diesem Montagabend bei der Staatsanwaltschaft Augsburg eingegangen ist", berichtete Kathi Marie Ulrich, die Sprecherin des Bistums.

Der Priester wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entpflichtet.

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