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Die Augsburger Polizei ermittelt gegen einen 46-jährigen Südtiroler, der seit dem Herbst 2002 die damals zwölf Jahre alte Tochter seiner Augsburger Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben soll. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mitteilten, wurde der Mann vor Weihnachten aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Südtirol festgenommen. Offenbar wurde der Haftbefehl gestern aber von einem italienischen Gericht außer Vollzug gesetzt. Von Stefan Krog
Nach Ansicht der Augsburger Ermittler wurde die junge Frau als Kind und Jugendliche missbraucht. Insgesamt geht es um mehr als 90 Fälle, in denen die mittlerweile volljährige Frau und eine Freundin missbraucht worden sein sollen. Im Sommer dieses Jahres erstattete die Tochter der Lebensgefährtin Anzeige bei der Augsburger Polizei.
Laut Ermittlungen der Kripo hatten sich der verheiratete 46-jährige Verdächtige und die Mutter des Opfers im Jahr 2002 im Internet kennengelernt. Ab dem Herbst 2002 soll er das damals zwölfjährige Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Bis Ende 2004 sei es zu einer Vielzahl von Übergriffen, vorwiegend in Augsburg und im Allgäu, gekommen. Dann zogen Mutter und Tochter in die Nähe des Lebensgefährten nach Südtirol.
Dort sollen die Missbrauchsfälle dann bis 2008 weitergegangen sein. Schließlich gelang es der mittlerweile 19 Jahre alten Geschädigten, sich aus dem Umfeld des Beschuldigten zu lösen, so die Ermittlungen. Die junge Frau kehrte nach Deutschland zurück.
Europäischer Haftbefehl
Die Augsburger Staatsanwaltschaft erwirkte einen europäischen Haftbefehl. Vor Weihnachten wurde der Mann in seinem Wohnort nahe Bozen festgenommen. In einer ersten Anhörung bestritt er die Vorwürfe. Gestern machte sein Verteidiger vor Gericht in Südtirol formale Gründe gegen den Haftbefehl geltend und führte an, dass es Zeugen gebe, die für seinen Mandanten sprächen. Das Gericht setzte den Mann auf freien Fuß. Welche Gründe ausschlaggebend waren, war gestern zunächst unklar.
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