Der Pop-Höhepunkt fiel sehr besinnlich aus. Von Wolfgang Schütz
Er hätte es so einfach haben können. Rappelvoll war der Obere Fletz am Samstagabend, das Publikum in Altersschnitt und Grundstimmung: feierträchtig. Schließlich sollte er als Pop-Höhepunkt des Festivals erstmals in Augsburg seine Songs und sich selbst präsentieren, dieser Künstler PeterLicht, der seit zehn Jahren mit fünf Alben feinster Pop-Poesie Feuilletons begeistert, Fans gewonnen und dabei auf Fotografien doch stets sein Gesicht verborgen hat. Und der zudem auch noch – so prächtig zum Anlass passend – der zeitgenössischen Systemkritik die zartesten Hymnen erdichtet: „Lieder vom Ende des Kapitalismus“. Könnten also Hunderte an diesem Abend mit einstimmen: „Vorbei, vorbei, jetzt is’ er endlich vorbei...“
So einfach ist das aber nicht mit PeterLicht. Als er zum Abschluss seines einstündigen Programms den Hit singt, ist bei den meisten Zuhörern die Feierfreude jedenfalls längst verebbt. Denn der Kölner, mit dunkelblondem Kurzhaar und schwarzer Hornbrille ein Jedermann, legt’s eben so gar nicht auf Triumph an. Zum Einstieg liest er erst mal eine seiner Erzählungen vor, die verspielt und feinsinnig die Waren- und Verpackungswelt bespiegelt. Eine Viertelstunde lang. Und die folgende Musik kommt nicht mit Band und Schwung, sondern mit Akustikgitarre und Begleiter am Klavier, heruntergedimmt bis zur Besinnlichkeit – fast durchgängig, von den anfänglich neuen bis später zu den älteren Songs. So wird es ein etwas unrunder Abend: zu ruhig und damit langweilig für die, die gekommen waren, um zu feiern – zu unruhig und verplappert vom Publikum für die, die PeterLicht innig folgen wollten.
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