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24. November 2011 23:00 Uhr

Stegreifcomedy

Mit Witz und großer Klappe

Ein hinreißender Abend im abraxas mit dem Impro-Theater „Spontan getürkt“ Von Stefanie Schoene

Auf die Bühne zu gehen, ohne zu wissen, was kommt, hat bei Impro Comedy Methode. Die Grenze zwischen Zuschauern und Darstellern verschwimmt, das Publikum wird zum Regisseur. „Hier ist nichts geplant und nichts getürkt“, verspricht Comedian Yusuf Demirkol von Impro à la turka im nahezu ausverkauften Kulturhaus abraxas.

Im Rahmen der Kültürtage spielten ein Gitarrist und drei Schauspieler des Münchener Ensembles 90 Minuten schnelle, schräge, improvisierte Comedy. Sie rissen alle Anwesenden mit. Für die Form lieferten verschiedene Genres die Vorlage: von der Soap bis zur Oper, vom Stummfilm bis zum Musical. Die Schauspieler bringen Ideen mit, den Ausbau bestimmen die Zuschauer durch Zuruf.

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Etwas Typisches für Augsburg? „Puppenkiste!“ Auf der Bühne entspinnt sich eine ironische Familiengeschichte in mehreren Variationen. Der deutsch-türkische Vater fordert seine Tochter (Gülay Hakerek) auf, nach 20 Jahren endlich ihre 40 Quadratmeter Deutschland zu verlassen und selbstständig zu werden.

„Kültür“ wolle er ihr zeigen und einen Ausflug in die „Püppikischte“ unternehmen. Die Tochter sträubt sich. Der Bruder (Mikael Turfan), Typ südländischer Beschützer, der ständig die Gebetskette schleudert, muss mit und rettet den Ausflug. Pantomimisch bringen sie die Puppen zum Tanzen und das Publikum zum Johlen.

Stark auch die Geschichte um Özlem, eine Zuschauerin und Boutique-Verkäuferin: Sie darf die männlichen Darsteller, die ihre zwei besten Freundinnen spielten, dirigieren. Mit Wortwitz und Charme nehmen Demirkol, Turfan und Hakerek das Leben zwischen Klamotten und Hightech-Kommunikation in Özlems Boutique auf die Schippe.

Nach stehend dargebrachten Ovationen liefert das Ensemble mit einer fulminanten Zugabe den Höhepunkt. Simultan übersetzt Gülay Hakerek eine Geschichte um „Heimatbilder“ in die „Gebärdensprache“, eigenwillig und akrobatisch. Erwähnen die Kollegen „Integration“, klemmt sie sich jedes Mal den linken Arm unters rechte Bein und den rechten Arm hinter den Hals bis zur linken Schulter. Mit hinreißenden Grimassen signalisiert sie dazu Verkrampfung – körperlich und gesellschaftlich.

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