Montag, 1. September 2014

26. Februar 2008 19:35 Uhr

Museum für die Fugger und Welser

Augsburg soll ein weiteres Museum bekommen. Es soll die Geschichte der Fugger und Welser erzählen. Heute beschließt der Stiftungsausschuss über die Renovierung des historischen Wieselhauses im Domviertel. Eröffnung wäre im Jahr 2010, Betreiber die Regio Augsburg Tourismus GmbH.

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Museum für die Fugger und Welser
Foto: ALFA

"Aus Umfragen wissen wir, dass die Fugger und Welser mit das bekannteste Thema Augsburgs sind", sagt Regio-Chef Götz Beck. Im Gegensatz zu Brecht, Mozart und Puppenkiste haben sie aber kein eigenes Museum, abgesehen von dem in der Fuggerei. Damit sich das ändert, wird einiges Geld in die Hand genommen.

Fast zwei Millionen Euro kostet die Modernisierung des Renaissancegebäudes im Äußeren Pfaffengässchen, das dem Katholischen Studienfonds gehört. Der Großteil wird von Stiftungen, dem Bezirk und Privatspenden finanziert. Auf die Stadt entfallen 220 000 Euro. Für 250 000 Euro richtet die Regio das Museum auf vier Etagen ein, das sie dann auch betreibt.

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Und so soll es aussehen: Im schönen Kellergewölbe geht es um die Themen Bergbau, Montanindustrie und Münzen, die den Erfolg der Kaufmannsgeschlechter begründet haben, im Erdgeschoss wird die Geschichte der beiden berühmten Familien dargestellt, im ersten Stock geht es um die Verknüpfung von Wirtschaft, Politik, kulturellem und sozialem Engagement mit Bezug auf die Gegenwart, im zweiten Stock um die Alltagswelt der Renaissance von Mode über den Tagesablauf bis zu Essen. Auch eine Cafeteria mit Gartenbereich soll nicht fehlen. Dort soll ein Kräutergarten entstehen, spielten doch Gewürze beim Handel eine wichtige Rolle.

Laut Götz Beck hat das Museum unterhaltsamen Erlebnischarakter, vergleichbar mit modern gemachten TV-Dokumentationssendungen.

Jakob Fugger etwa wird "virtuell" in seine Schreibstube projiziert und erzählt aus seinem Leben. Solche Darstellungsformen erhöhen die Verweildauer und liefern Besuchern auf ansprechende Weise den Wissens-Hintergrund für Stadtrundgänge. Weiterer positiver Effekt laut Beck: Über die Kultureinrichtung wird das Stadtviertel belebt.

Baubeginn könnte Ende 2008 sein. Verzögerungen im Vorfeld gab es wegen des archäologisch bedeutsamen Umfeldes und der hochwertigen, kompliziert zu bearbeitenden Bausubstanz, die langwierige Voruntersuchungen nötig machten. Wegen des Alters des Wieselhauses lässt sich auch der weitere Zeitplan nicht genau festlegen. Götz Beck peilt eine Eröffnung im Jahr 2010 an. Die Planung des Projekts obliegt dem Architekturbüro Schrammel.

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