Donnerstag, 18. Januar 2018

14. April 2014 00:36 Uhr

Wettbewerb

Musikalischer Ausnahmezustand

In 51 Jahren ist „Jugend musiziert“ eine feste Institution geworden. Auf Landesebene misst sich der Nachwuchs in Gersthofen. Die Juroren sind überrascht Von Renate Baumiller-guggenberger

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Vier Tage lang herrscht musikalischer Ausnahmezustand in Gersthofen, dem Austragungsort des 51. Bayerischen Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ – mehr oder weniger aufgeregte Musikschüler, wohin das Auge blickt, leicht erkennbar an ihren Instrumentenkoffern und der großenteils schwarzen Konzert-Kleidung. Vor allem im Umkreis der Mittelschule, Stadthalle, Musikschule, Pestalozzischule sowie des Paul-Klee-Gymnasiums ballen sie sich. Dort finden die Wertungsspiele statt.

Für das 10-köpfige Organisationsteam unter Leitung von Andreas Burger stellt der umfangreiche Wettbewerb einen logistischen Marathon dar. Für die Teilnehmer bedeutet er neben dem „Nervenkitzel“ die Chance, mit der richtigen Wertung zum Bundeswettbewerb geschickt zu werden. Der findet Anfang Juni in Braunschweig/Wolfenbüttel statt. Für viele Preisträger ist das ein bedeutsamer Schritt hin zum professionellen Musiker.

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Die Rückmeldungen sind für die jungen Musiker wichtig

Nur für die Altersgruppe II (also die Jüngsten im Landeswettbewerb) endet „Jugend musiziert!“ auf der Bayern-Ebene. Das gilt für die elfjährige Monika Eberl. Die Friedbergerin stellt sich am Samstag als erste von 19 Klavierschülern der Jahrgänge 2002 und 2003 dem Urteil einer vierköpfigen Jury. Sie wirkt ruhig. Lampenfieber sieht man ihr nicht an. Konzentriert beginnt sie mit Beethovens „Bagatelle“. Zwei anspruchsvolle Stücke folgen. Sie spielt makellos und erstaunlich reif, musikalisch überzeugend und gleichzeitig tief berührend. Unterricht erhält die Gymnasiastin seit mehr als drei Jahren von ihrer Mutter, die an der Uni Augsburg als Klavierdozentin tätig ist. Nach dem Vorspiel ist Monika erleichtert und zufrieden. Sie freut sich auf das Ergebnis, das am Montag bekannt gegeben wird.

Ebenfalls in der Mittelschule begegnen sich die Harfenschüler sowie die Sänger der Altersgruppe IV (1998–1999), bei denen teilweise auch die Klavierbegleiter gewertet werden. Anders als viele ihrer Mitbewerber haben die beiden Augsburger Nadine Weiß und Martin Schäfer einen kurzen Anfahrtsweg. Die zart wirkende 15-jährige Schülerin des Maria-Ward-Gymnasiums weiß auch ihre Gesangslehrerin Elisabeth Haumann unter den Zuhörern. Mit fünf Arien samt einem hebräischen Traditional legt die Sopranistin ein anspruchsvolles Programm vor. Nadine, die für den Wettbewerb täglich übte, sieht unabhängig vom Ausgang im kompetenten Feedback der Juroren eine Bereicherung.

Diese Rückmeldungen bieten den jungen Musikern eine Orientierung für die Einschätzung des eigenen Niveaus – ein wesentliches Element des Wettbewerbs. Hornist Ulrich Köbl kann als Juror mit über 30-jähriger Erfahrung ein Lied davon singen: „Es ist schwer, sich auf einen Wettbewerb vorzubereiten, noch viel schwerer, das Vorspiel zu absolvieren, aber am allerschwersten ist es, mit dem Urteil der Jury umzugehen.“ Dabei, so Köbl, seien es eher die Eltern und Pädagogen, die mit der Wertung hadern; die Schüler fänden sich meistens leichter damit zurecht. Für sie liegt der Nutzen einer Teilnahme auch in der intensiven Vorbereitung und damit verbunden in einer Leistungssteigerung. Apropos Leistungen: Gemeinsam mit seinen Jurykollegen ist Köbl in diesem Jahr von dem hohen Niveau begeistert. Beleg dafür sind ungewöhnlich viele erste Preise zum Beispiel bei den Bläser-Ensembles.

Anderes Terrain betritt man in der Musikschule. Dort findet das Vorspiel der „coolen“ Jungs in der Kategorie „Drum-Set“ (Pop) statt. Peter Diestel aus Unsleben (Jahrgang 2000/2001) zeigt, wie sich gekonnter Groove und tolles Timing anhören. Unvermittelt wippen nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei der Jury Füße und Köpfe bei dieser rhythmischen Energie mit.

Unerhörte bzw. klassische neue Töne gibt es gegen Mittag auch in der Stadthalle zu erleben. Auf einem beachtlich professionellen Niveau musiziert das selbstbewusste Saxofonquintett, das mit einer „Pastorale“ von Sergey Pavlenko und der Komposition „À tout Sax“ die Facetten der „Neuen Musik“ in den Wettbewerb integriert. Vier Tage musikalischer Ausnahmezustand also, und damit unüberhörbare Signale, die kulturpolitischen Kürzungsdebatten im Kontext der musikalischen Bildung endlich verstummen zu lassen. Die Musik hat ihren Nachwuchs!

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