Als der Vorsitzende Richter das Urteil - zwei Jahre und neun Monate Gefängnis wegen Betrugs - verkündete, rastete der Angeklagte aus. Der 31-jährige Türke sprang wutentbrannt auf, schlug mit der Faust auf den Tisch und bedrohte eine Belastungszeugin, die noch im Gerichtssaal saß, in übelster Weise: "Du wirst dein Leben lang dafür büßen, ich werde die zwei Jahre und neun Monate aus dir heraus prügeln. Du wirst bereuen, dass du noch am Leben bist."
Diesmal war er wegen Bedrohung angeklagt
Danach kam es zu tumultartigen Szenen unter den zahlreichen Landsleuten, die den Prozess mitverfolgt hatten. Der ungewöhnliche Zwischenfall im Juli 2009 hatte jetzt für den Verurteilten Konsequenzen. Erneut musste er die Anklagebank drücken - diesmal wegen Bedrohung.
Der Türke hatte sich seinerzeit rund 44 000 Euro von einer Bekannten geliehen, um seine Hochzeit mit einer jungen Frau zu finanzieren. Er versprach, den "Kredit" alsbald zurückzuzahlen. Doch nach der Eheschließung war er pleite, das Geld war verjubelt. Die Bekannte zeigte ihn an, im Prozess vor einem Jugendschöffengericht belastete sie ihn. Dies führte zum Schuldspruch.
Die Zuschauer übersetzten die Schimpftirade
Auch die noch heranwachsende Ehefrau des Türken wurde verurteilt - zu einer Jugendstrafe von einem Jahr. Dass der 31-Jährige seine Drohungen in türkischer Sprache geäußert hatte, rettete ihn nicht. Zu viele Zuschauer im Gerichtssaal hatten die wüsten Worte gehört, die dem anwesenden Staatsanwalt übersetzt wurden.
Die erneute Gerichtsverhandlung wegen Bedrohung ging ruhig über die Bühne. Der Verteidiger des zwischenzeitlich in Haft sitzenden Türken, Anwalt Ralf Schönauer, räumte für seinen Mandanten den Vorwurf ein. Amtsrichter Christoph Dössinger verlängerte den derzeitigen Gefängnisaufenthalt des Angeklagten per Urteil um sechs Wochen. (peri)
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