Sollte das Beachvolleyballturnier der Augsburger Parteien richtungsweisend für die Bundestagswahl gewesen sein, dann müsste im September der Gewinner mit dem Verlierer koalieren. "Schwarz-Gelb wäre perfekt", hatte sich Karl-Heinz Warschun, Geschäftsführer der Augsburger FDP, vor dem Turnier gewünscht, und zumindest seine Mannschaft leistete ihren Beitrag dazu: Zum dritten Mal in Folge gewannen die Liberalen die Sandschlacht auf dem Rathausplatz, während die CSU sich mit dem letzten Platz begnügen musste.


Das kann an den unterschiedlichen Trainingsmethoden gelegen haben: Während die Gelben am Wochenende zuvor sechs Stunden am Stück geübt hatten, hatten sich die Christdemokraten nach Aussage von Stadtrat Volker Ullrich nur mental vorbereitet: "Wir glauben an den Sieg, das muss reichen." Dies hat zwar nicht geklappt - aber immerhin sei es gelungen, die Gegner durch unkonventionelle Spielweise zu verwirren, so Ullrich, der auch außerhalb des Spielfeldes dafür bekannt ist, dass er gerne mal von der (Partei-)Linie abweicht. Auch der Aufruf des Moderators, es müsse ein Ruck durch das Team gehen, konnte an dem niederschmetternden Ergebnis nichts ändern.
Die FDP endlich einmal vom Thron zu stoßen, hatte sich auch Pro Augsburg vorgenommen - und dafür ebenfalls zu einer besonderen Taktik gegriffen: "Ich spiele heute mit Krawatte, das sieht man bei mir sonst nie", versprach Sportreferent Peter Grab. Für seine Mannschaft reichte es zwar trotzdem nur für Platz zwei, der aber wurde mit vollem Körpereinsatz und akrobatischen Einlagen erkämpft. Immerhin muss sich zumindest aus diesem Team niemand die Kräfte für den Bundestagswahlkampf aufsparen.
Umgekehrt sieht es bei der Piraten-Partei aus, die als Debütant in das Turnier gegangen war - weil die Linken es nicht geschafft hatten, rechtzeitig eine Mannschaft anzumelden. "In drei Jahren sind wir im Rathaus", prognostizierte der Geschäftsführer des Bezirksverbandes Schwaben, Paul Hüther, und leitete bei Bier und Schokolade gleich die Koalitionsverhandlungen mit den Kontrahenten ein. Zumindest der stimmgewaltige Fanblock versprach diesbezüglich bereits Spannung.
Ähnlich jung wie das Piraten-Team war die Mannschaft der Grünen aufgestellt - und schaffte einen respektablen dritten Platz. "Geheimzeichen auf dem Platz brauchen wir keine", erklärte Jochen Mack, "wir tragen das alles transparent und offen aus, wie immer."
Ebenso locker zeigte sich die SPD, bei der Linus Förster den Gegnern mit seinen bandagierten Handgelenken zumindest optisch Respekt einflößte. "Oft trainiert haben wir nicht, aber wir sind die Schönsten", informierte der Landtagsabgeordnete selbstsicher. Für den vierten Platz reichte es aus.
Nächstes Jahr soll Guido Westerwelle helfen
Die FDP will übrigens ihre Siegesserie 2010 mit einem Bundespolitiker fortsetzen: Guido Westerwelle soll dann helfen, den Titel auf dem Rathausplatz zu verteidigen.
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