Freitag, 18. August 2017

07. Juni 2017 21:00 Uhr

Augsburg

Neue Halle, neue Jobs: Premium Aerotec setzt auf Augsburg

Das Unternehmen fertigt Türrahmen aus Carbon für den A350. Dafür wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Es könnte bald noch mehr investiert werden. Von Christian Mühlhause

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Bei Premium Aerotec ging am Dienstag eine neue Halle in Betrieb. Bei der Eröffnung dabei (von links): Staatssekretär Johannes Hintersberger, Oberbürgermeister Kurt Gribl, Ulrich Amersdorfer und Projektleiter Tobias Wirtz.
Foto: Silvio Wyszengrad

Die Buchstaben FCA standen bislang immer für den heimischen Fußball-Bundesligisten. Bei der Einweihung der neuen, 20 Millionen Euro teuren Produktionshalle von Premium Aerotec kam eine weitere Bedeutung hinzu: „Frame Center Augsburg“. Frame heißt auf Deutsch Rahmen – und genau das wird künftig in der neuen Halle aus Carbon hergestellt: Türrahmen für die Flugzeugreihe A350 von Airbus. Die Wahl des Namens ist naheliegend, weil sich das Werk von Premium Aerotec genau gegenüber der Arena befindet.

Carbon-Lösung hat mehrere Vorteile

Bislang sind die Rahmen aus Titan und etwa 20 Prozent schwerer. Die Carbon-Lösung hat gleich mehrere Vorteile, wie Geschäftsführer Thomas Ehm aufzählt. „Es ist schneller herstellbar, günstiger und leichter. Wir sparen dadurch 70 Kilogramm an Gewicht beim Flugzeug.“ Das klinge zwar mit Blick auf das Gesamtgewicht von Flugzeugen nicht viel, sei aber auch aus Umweltaspekten beachtlich, so Ehm. „Je Kilogramm, das das Flugzeug weniger wiegt, sinkt der Ausstoß von Kohlendioxid um eine Tonne.“ Künftig sollen pro Jahr 130 Flugzeuge des A350 mit den leichteren Türrahmen ausgestattet werden. Aktuell sind es hundert pro Jahr von dem Modell.

Kernstück der neuen Halle ist die Automatisierung der Ablage der Carbon-Bänder aus denen der Türrahmen entsteht. „Dadurch erreichen wir eine extrem hohe Genauigkeit und es geht schneller, als dies von Hand möglich wäre“, sagt Projektleiter Tobias Wirtz. Möglich wird dies auch dank Robotern von Kuka. Die entwickelte Maschine hat acht Achsen, die synchron arbeiten müssen. Parallel zu den Arbeiten an der 4000 Quadratmeter großen Halle wurden die bisherigen Anlagen umgezogen, neue Anlagen installiert und der Testbetrieb durchgeführt. Um das realisieren zu können, wurde während der Bauarbeiten in die Halle hinein ein Zelt gebaut, um den nötigen Reinraum zu gewährleisten.

40 Mitarbeiter eingestellt

Für das Projekt wurden rund 40 neue Mitarbeiter eingestellt. Premium Aerotec gehört mit 4200 Beschäftigten zu den ganz großen Arbeitgebern in Augsburg – und es könnten weitere hinzukommen. Laut Oberbürgermeister Kurt Gribl ist geplant, weitere 25 Millionen Euro am Standort Augsburg zu investieren. „Wir sind ein Luftfahrtstandort, freuen uns über diese Pläne und unterstützen Premium Aerotec wo wir können.“

Dass es entsprechende Überlegungen gibt, bestätigte auch Bernard Kock am Brink von Airbus. Dann würde die Produktion der Türrahmen möglicherweise vom französischen Schwesterunternehmen nach Schwaben verlagert. Dort werden Rahmen aus Titan gebaut. Der Konzern, zu dem auch Premium Aerotec gehört, investiere dort, wo Innovation und Professionalität gegeben seien. Dies treffe auf Augsburg zu. „Dass hier so viel Geld in die Hand genommen wird, zeigt, wie viel Vertrauen wir in die Arbeit haben. Die Zeiten der großen Investitionen sind auf unserem eigentlich Markt vorbei.“

Carbon-Rahmen für Singapore Airlines

Kock am Brink, der Bruder der gleichnamigen TV-Moderatorin Ulla, hob zudem hervor, unter welchem Zeitdruck die Verantwortlichen in Augsburg standen. Denn die Carbon-Rahmen sollen in einem Airbus verbaut werden, den Singapore Airlines bestellt hat. Die Airline will 2018 damit den längsten Non-Stop-Flug der Geschichte anbieten will: von Singapur nach New York. Die Tickets wurden bereits verkauft, bevor der Spatenstich für die neue Halle erfolgte.

Ergänzend zum neuen Türrahmenzentrum baute der Konzern eine weitere Halle mit 4500 Quadratmetern. Dort können künftig mehr Rumpfbauteile aus Carbon für den A350 montiert werden. Die Entwicklung des Unternehmens gehe „steil nach oben“, äußerte Geschäftsführer Ehm zufrieden. Seit der Gründung der Firma im Jahr 2009 habe sich der Umsatz verdoppelt. Damals fusionierte das EADS-Werk in Augsburg mit zwei Standorten von Airbus in Norddeutschland. Der Umsatz lag vergangenes Jahr bei zwei Milliarden Euro.

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