Kurz vor dem Nashorn-Import aus Südafrika meldet sich erneut die Tierrechtsorganisation Peta zu Wort. Sie zweifelt weiterhin an, dass der Transport der beiden Breitmaulnashörner legal ist und fordert vom Zoo "handfeste Beweise".
Völlig haltlos ist diese Forderung für Zoochefin Barbara Jantschke. Sie verweist darauf, dass eine offizielle Importgenehmigung der deutschen Stellen vorliegt, ebenso eine Exportgenehmigung von Südafrika. Damit entspreche der Tiertransport allen gültigen Vorschriften.
Peta will durch Recherchen herausgefunden haben, dass offenbar ein Tierhändler mit "mehr als zweifelhaftem Ruf" an dem Import beteiligt sei. Die Rhinos kämen auch nicht aus einem Schutzgebiet in Mafunyane. Ob sie wirklich in Gefangenschaft gezüchtet wurden, sei damit weiterhin unklar, so Peta. Die Organisation forderte vom Zoo, den Namen des Tierhändlers und auch die genaue Herkunft der Nashörner offenzulegen.
Wie Zoochefin Jantschke gestern klarstellte, ist Mafunyane eine Sammelstation für Nashörner, die in den Export gehen. Dort kommen die Tiere auch in die vor der Ausfuhr vorgeschriebene Quarantäne. Die Rhinos für Augsburg müssen dort 60 Tage verbringen. Die Station Mafunyane informiert im Internet auf einer Homepage über ihre Aktivitäten. Danach ist sie von den staatlichen Südafrikanischen Veterinär- und Naturschutzbehörden anerkannt. Die Tiere werden dort von Fachleuten betreut.
Aus welchem Schutzgebiet in Südafrika die Augsburger Rhinos genau kommen, konnte Jantschke gestern noch nicht sagen. Sie werde sich aber vor Ort kundig machen. "Die Papiere für die Tiere sind zuverlässig und in Ordnung", versicherte sie gestern. Auch der Tierhändler in Südafrika, mit dem der Zoo zusammenarbeite, sei seriös.
Nicht nur Augsburgs Zoochefin versichert, dass beim Augsburger Rhino-Import alles korrekt abläuft. Wie berichtet, haben auch Experten der renommierten Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) keine artenschutzrechtlichen Bedenken gegen den Transfer.
Volle Rückendeckung hat Jantschke darüber hinaus vom Europäischen Zooverband. Der zuständige Zuchtbuchführer ist Lars Versteege vom Zoo Beekse Bergen in den Niederlanden. Er hat den Import empfohlen. Das europäische Zuchtprogramm für Breitmaulnashörner ziele darauf ab, größere Gruppen zu bilden, sagte er auf Anfrage. Nur so werde es in Zoos genügend Nachwuchs dieser Art geben, damit in Zukunft auf weitere Importe verzichtet werden könne. "Der Augsburger Zoo tut für das Wohl dieser Tiere alles, was möglich ist", versicherte er.
Wie berichtet, wird Jantschke den Import der Nashörner selbst begleiten. Ihre Flugkosten übernimmt ein Sponsor, wie sie klarstellt. Der Stadt und dem Zoo entstehen damit keine Kosten.
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