"Wir stellen uns demokratiefeindlichen Gruppen entgegen und zeigen Flagge für ein tolerantes und weltoffenes Augsburg" - mit diesem Denkanstoß eröffnete Schulreferent Sieghard Schramm die Wanderausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern".

Von Melanie Steck
"Wir stellen uns demokratiefeindlichen Gruppen entgegen und zeigen Flagge für ein tolerantes und weltoffenes Augsburg" - mit diesem Denkanstoß eröffnete Schulreferent Sieghard Schramm die Wanderausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern" der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Rathaus werden auf 15 Schaubildern rechtsradikale Entwicklungen in Bayern und Entgegenwirken gegen braunes Gedankengut illustriert.
"Die Ausstellung soll einen Kontrapunkt gegen die am 23. Februar geplante Nazidemonstration anlässlich der Augsburger Bombennacht sein. Wir haben den Zeitpunkt bewusst gewählt", äußerte sich SPD-Bundestagsabgeordneter Heinz Paula. "Es ist wichtig, nicht nur mit Gegendemonstrationen zu reagieren. Wir müssen nachhaltig arbeiten, um dem rechten Gedankengut den Boden zu entziehen", so Paula.
Und genau dies müsse schon von klein auf geschehen - vor allem in Schulen. Deshalb liegt für alle Schulklassen, die sich für einen Besuch angemeldet haben, Arbeitsmaterial bereit. Auch das restliche Konzept der Ausstellung zielt auf Nachhaltigkeit ab. Ein informatives Rahmenprogramm mit Seminaren, unter anderem zu dem Thema "Anti-Rassismus-Training", Filmvor- und Theateraufführungen runden die Ausstellung ab.
Wie wichtig dies ist, zeigt die Zahl von 1100 gewaltbereiten Rechtsextremisten in Bayern. Eine drastische Zahl, die Horst Schmidt von der Friedrich-Ebert-Stiftung da in den Mund nahm. Doch mindestens genauso drastisch wie die Anzahl sind die Methoden der Neonazis - vor allen Dingen in der Jugendszene. Laut Schmidt unter anderem mit so genannten Schulhof-CDs, die - zunächst verschlüsselt - versuchen, braunes Gedankengut zu streuen und an Schulen von Rechtsradikalen kostenlos verteilt würden.
"Auch neue, codierte Zeichen dienen dem Ausdruck nationalsozialistischer Gesinnung", warnte Schmidt. So sind auf den Plakaten im Rathaus keltische Runen und Zahlensymbole zu sehen. Auch das Frauenplakat, das in original Nazipropagandaschriften "die Mutterschaft als eine der edelsten Positionen einer weißen Frau" beschreibt, soll alarmieren.
Aufmerksam machen soll die Schau auch auf verstecktes, aber dennoch gefährliches Gedankengut. Denn laut Schmidt sind "die Neonazis in unserer Gesellschaft schon längst nicht mehr nur als Glatzenträger in Springerstiefeln und Bomberjacken unterwegs".
Dauer Die Ausstellung ist noch zwei Wochen lang, bis zum 1. März, jeweils zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: