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19. Oktober 2009 22:30 Uhr

Neues Museum für Fugger und Welser

Geplant ist das neue Museum im Wieselhaus im Domviertel schon lange. Jetzt ist es endlich so weit: Am gestrigen Montag fiel der Startschuss für die Renovierung des Hauses im Äußeren Pfaffengässchen 23, im dem ab 2011 das von der Tourismusgesellschaft Regio Augsburg eingerichtete Fugger- und Welser-Museum zu sehen sein wird. Von Judith Strußenberg

Geplant ist das neue Museum im Wieselhaus im Domviertel schon lange. Jetzt ist es endlich so weit: Am gestrigen Montag fiel der Startschuss für die Renovierung des Hauses im Äußeren Pfaffengässchen 23, im dem ab 2011 das von der Tourismusgesellschaft Regio Augsburg eingerichtete Fugger- und Welser-Museum zu sehen sein wird.

"Seit fast zehn Jahren arbeiten wir daran, die Geschichte der Fugger und Welser darzustellen. Heute wird ein Traum wahr", schwärmt Götz Beck, Geschäftsführer der Regio Augsburg. Auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl ist die Freude über das "anspruchsvolle und sehr lebendige Projekt" anzumerken.

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In dem Haus, das nach Johannes Wiesel, einem bedeutenden Fernrohrbauer aus dem 17. Jahrhundert, benannt ist, wird mit modernsten Mitteln auf vier Etagen die Geschichte der beiden berühmtesten Familien Augsburgs erfahrbar gemacht. Als virtuelle Begleiter sollen dem Besucher auf seinem Weg Jakob Fugger und Bartholomäus Welser begleiten.

Ein Bergwerk im Keller

Im Kellergeschoss wird ein Bergwerk eingerichtet. Ein schönes Bild, denn die Montanindustrie bildete den Grundstock zum Vermögen der Fugger. Im Erdgeschoss werden die Familien Fugger und Welser vorgestellt. Aber auch Johannes Wiesel, der als Erster in Europa serienmäßig Fernrohre herstellte, wird hier seinen Platz finden. Im 1. Obergeschoss kann man sich über Wirtschaftsstrategien und die weltweiten Geschäftsstrategien der beiden Familien informieren. Das 2. Obergeschoss widmet sich schließlich dem Leben in der Renaissance. Im Nebengebäude wird eine Erlebniswelt für Kinder entstehen.

Wie berichtet, existieren auch Pläne der Familie Fugger, in ihrem Stadthaus an der Maximilianstraße ein Museum einzurichten. Eine Konkurrenz sieht Götz Beck aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen nicht, vielmehr sehen die aktuellen Pläne vor, beide Museen, die Fuggerei und die Annakirche in einen Rundgang zum Thema Fugger und Welser zu integrieren.

Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes werden sich laut Gerd Mordstein, Leiter des Wohnungs- und Stiftungsamts, voraussichtlich auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Für die Einrichtung des Museums, die die Regio Augsburg mit Hilfe von Partnern wie der LEW und der Viermetz-Stiftung bestreiten will, kommen noch einmal 250 000 Euro dazu.

Bei der Renovierung des 1529/30 gebauten Hauses, das ursprünglich als Garten- und Wochenendhaus eines wohlhabenden Bürgers angelegt war, kommt es darauf an, es wieder möglichst vollständig in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, etwa die für die Renaissance typischen Säulenarkaden wieder vollständig sichtbar zu machen, erklärt Herbert Hermann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz. Diese Arkaden sind weit und breit einzigartig.

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