Samstag, 30. Juli 2016

25. Februar 2016 14:18 Uhr

Augsburg

Nicht alle fahren auf die Silberbusse ab

Die silbernen Busse beschäftigen die Politik: Der Stadtwerkechef verteidigt die Farbe, denkt aber über eine Probephase nach. Er verspricht auch Verbesserungen.

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Die neuen Stadtwerkebusse sorgten für eine Diskussion im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates.
Foto: Silvio Wyszengrad

Silberfarben statt weiß mit roten und grünen Streifen. Von Mercedes statt von MAN. Und auch künftig zugeklebt mit Werbung: Nicht alle Augsburger fahren auf die neuen Stadtwerke-Busse ab. Zumindest in einem Punkt verspricht Stadtwerke-Chef Walter Casazza Besserung. Bei der Beklebung werde nun mehr auf die Sicht nach außen geachtet. Teilweise wirken ihm zufolge noch alte Verträge nach, dass nur ein Drittel der Fensterfläche frei bleiben muss. Werbung, sagt Casazza, sei zwar ein notwendiges Übel, denn immerhin spüle sie den finanziell notorisch klammen Verkehrsbetrieben jährlich 1,5 Millionen Euro in die Kasse. „Doch alles muss seine Grenze haben.“ Die über und über beklebte Tram mit dem Werbe-Slogan „Augsburg fährt schwarz“ fahre deshalb seit Juli nicht mehr durch Augsburg. „Sie wurde neutralisiert“, drückt es der Manager aus.

Ziel: Frischer Ton

Die Silber-Metallic-Busse verteidigte er dagegen, brachte jedoch eine Probephase ins Gespräch. „Wir sind flexibel und bereit, auf Kundenwünsche einzugehen.“ Man habe versucht, den „frischen Ton“ der Innenausstattung auch auf die „Außenhaut“ zu übertragen. Metallic sei außerdem haltbarer als andere Farben. Die Stadtfarben fänden sich ja an der Front.

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Während es laut Casazza viel positive Resonanz auf die Fahrzeuge gibt, haben SPD-Politiker anderes gehört, vor allem von Senioren. Fraktionschefin Margarete Heinrich sagt: „Das Thema wird heiß diskutiert.“ Stefan Quarg bemängelte den fehlenden Wiedererkennungswert der Silberbusse und die Störung des historischen Stadtbilds durch die „überdimensionierten Werbetafeln“, in die sich Busse und Straßenbahnen verwandelt hätten. Schützenhilfe bekamen sie von Volker Schafitel (Freie Wähler), der die beklebten Fenster als „Wohlfühlkiller“ bezeichnete. Unverständlich ist ihm außerdem, dass ein Unternehmen des Öffentlichen Nahverkehrs Werbung für Autos macht.

Warum Werbung für Autos?

Da stieß er allerdings mit Casazza zusammen, der darauf hinwies, dass beim Car-Sharing durchaus Autos zum Einsatz kämen. Prinzipiell seien die Stadtwerke bemüht, Menschen für Öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Dazu gehören ihm zufolge auch moderne Angebote wie WLAN oder künftig Infotainment; dabei könnten Nachrichten oder der Wetterbericht über die Bildschirme laufen. Modernisierung trage neben Punkten wie Anschlusssicherheit, Pünktlichkeit und Barrierefreiheit zum Erfolg bei. 2015 hatten die Stadtwerke 59,3 Millionen Fahrgäste – zwei Millionen mehr als 2014.

Jürgen Schmid (CSU) setzte den Schlusspunkt der einstündigen Debatte: „Egal, ob ein Bus weiß, silbern oder grün ist, wenn vorne die 32 drauf steht, steige ich ein.“ Weiß, Silber oder Grün werden vermutlich unter der Werbung ohnehin kaum zu sehen sein.

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Ein Artikel von
Ute Krogull

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


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