Samstag, 18. November 2017

09. April 2010 14:26 Uhr

Firmengründung

Ökosoziale Kleidung aus Augsburg

Sina Trinkwalder ist trotz Wirtschaftskrise in die Bekleidungsbranche eingestiegen. Sie produziert ökosoziale Kleidung in Augsburg und hat schon 4000 Bestellungen. Von Joshena Diessenbacher

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Sina Trinkwalder entwirft ökosoziale Mode. (Bild: Kaya)
Foto: Alexander Kaya

Fast alle haben sie für verrückt erklärt: In eine tote Branche einsteigen, mitten in der Wirtschaftskrise, das sei Selbstmord. Aber Sina Trinkwalder weiß, dass es funktionieren wird. Sie will die Welt ein kleines Stück besser machen - darauf setzt sie alles. Deshalb hat die Schwäbin 200.000 Euro investiert. Denn sie ist überzeugt: "Um etwas Neues zu schaffen, braucht man Menschenverstand und vor allem viel Mut."

Ihre Unternehmung manomama geht am Samstag, 10. April, offiziell an den Start. Produziert werden soll bezahlbare ökosoziale Bekleidung, und das in Augsburg, dem totgesagten Textilstandort. Woher der Name manomama? "Immer, wenn etwas nicht geht, ruft mein fünfjähriger Sohn: Oh Mann, Mama!" Und dann habe sie es doch immer hingekriegt. Und auch jetzt scheint es zu funktionieren: Es liegen schon über 4000 Vorbestellungen aus ganz Deutschland vor.

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Wer also in Zukunft ein Kleidungsstück von manomama in den Händen hält, der kann sich sicher sein, dass die Baumwolle von Hand gepflückt wurde und dass er ein einmaliges Kleidungsstück trägt. Denn Farbe und Schnitt können individuell zusammengestellt werden.

Zusätzlich hilft der Kunde, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. "Das Besondere ist, dass man nicht irgendein anonym in Indien produziertes Shirt trägt, sondern dass man weiß, wer es genäht hat und unter welchen Bedingungen", erklärt Trinkwalder. Der Name der Näherin sei auf dem Etikett zu lesen. Der Käufer könne sich sicher sein, dass die Näherin einen fairen Lohn über Tarif erhält. Er könne der Näherin sogar auf der Homepage ein kleines Dankeschön hinterlassen. "Es ist erwiesen, dass Menschen mit Dingen sorgfältiger umgehen, wenn sie wissen, wer sie gemacht hat", so Trinkwalder.

Aber nicht nur das ist es, was manomama unter sozial versteht. Es geht vielmehr darum, dass Frauen überhaupt wieder in den Beruf finden. "Es gibt so viele, die Kinder groß gezogen haben und keinen Job mehr bekommen", sagt die berufstätige Mutter. Oder solche, die flexible Arbeitszeitmodelle benötigen. All das will die 32-Jährige bieten. "Hauptsache, sie haben Freude am Nähen und Erfahrung mit industriellen Nähmaschinen."

Mitarbeiterinnen gesucht

Dass sie händeringend nach Näherinnen suchen würde, schon bevor die Unternehmung offiziell losgeht, hätte sie sich vor drei Jahren nicht träumen lassen. Aber der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Die Online-Expertin gründete 1999 mit gerade mal 21 Jahren eine Agentur für Marken und Medien.

Um die Stärke des Internets wissend, hat Trinkwalder vor einem Jahr den "manomama-Blog" online gestellt, in dem sich Interessenten an ökologischer Kleidung virtuell treffen können.

In den lichtdurchfluteten Räumen des historischen "Franzosenhofs" in Kriegshaber herrscht derweil wuselige Aufbruchstimmung: Zehn Kilometer Stoff warten darauf, von der Schnittdirektrice und den Näherinnen vernäht zu werden. Von Joshena Diessenbacher

Info Interessierte Näherinnen können sich melden bei Sina Trinkwalder unter Telefon 0821/25917 90.

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