Elke Langmann bringt es auf den Punkt: "Das ist schon wie ein eigenes Kind", sagte sie gestern Mittag, als sie auf dem Holbeinplatz ihren "Lebe mich"-Vers aufgeklebt sah. Die Hobbykünstlerin erreichte mit ihrem Dreizeiler bei der AZ-Leseraktion auf der Suche nach dem besten "Lebe mich"-Spruch den dritten Platz. Auch die beiden anderen Sieger, Gertrud Stich (Platz 1) und Ingo Harry Kaufmann (Platz 2), standen sichtlich stolz an den Plätzen, an denen ihre Verse enthüllt wurden. Von Nina Schleifer


Für die drei AZ-Leser war gestern ein besonderer Tag: Die von ihnen verfassten Liebeserklärungen an Augsburg wurden auf den Pflastersteinen angebracht. Stichs Sieger-Spruch prangt nun in der Maxstraße. Ganz bescheiden bekennt sie, eigentlich nicht viel Fantasie zu haben. Deswegen war sie von ihrem Sieg auch sehr überrascht. "Ich fand ja den Koordinaten-Spruch am besten, ich hab im Internet auch für ihn gestimmt", gab sie zu.
Der Koordinaten-Spruch aus der Feder von Ingo Harry Kaufmann wurde direkt auf dem Rathausplatz angebracht. Für Kaufmann ist die Dichtkunst ein großes Hobby - dass er auf den zweiten Platz gewählt wird, hätte er dennoch nicht gedacht. Der Erfolg ist für ihn Inspiration für weitere Gedichte.
OB Kurt Gribl freute sich sehr über die Aktion. "Der rege Zuspruch zeigt, dass die Augsburger nicht nur stolz sind auf ihre Stadt, sondern sie lieben", sagte er. Mehr als 150 Verse wurden für die Aktion von den AZ-Lesern verfasst. Gribl ist der Poesie generell zwar nicht verfallen, die Aktion hat ihn dennoch begeistert: "Bitzeln würde es mich schon, bei so etwas mal mitzumachen."
Augsburg-Verse auch in anderen Städten geplant
Die "Lebe mich"-Kampagne, konzipiert und umgesetzt von der m&m Werbeagentur, die schon für Gribl ihm Wahlkampf tätig war, wird Augsburg noch zwei Jahre mit Poesie auf der Straße bereichern. Damit nicht genug: Weitere Verse sind demnächst an Bahnhöfen anderer Städte wie München und Ulm geplant, um nach Augsburg zu locken.
Etwa drei Monate hält die Folie. Und so gilt der Satz Friedrich Hölderlin hier einmal nicht. Er schrieb im Jahr 1804 in dem Gedicht "Andenken": "Was bleibet aber, stiften die Dichter."
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