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10. November 2011 12:46 Uhr

"Aktenzeichen XY"

Polizistenmord: Soko zweifelt an Spur ins Drogenmilieu

Sind die Mörder von Polizisten Mathias Vieth im Drogenmilieu zu suchen? Einem entsprechende Hinweis aus der TV-Sendung Aktenzeichen XY geht die Kripo nach - ist aber skeptisch.

Der Augsburger Polizeibeamte Matthias Vieth war in der Nacht zum 28. Oktober nach einer Routinekontrolle und einer Verfolgungsfahrt im Augsburger Siebentischwald von Unbekannten erschossen worden. Seine Kollegin wurde verletzt. Die Hintergründe, warum es zur tödlichen Schießerei kam, sind bislang unbekannt.

Am Mittwochabend war der Augsburger Polizistenmord Thema in der ZDF-Sendung „ Aktenzeichen XY“. Hauptkommissar Helmut Sporer vom Augsburger Kommissariat für Tötungsdelikte bat die Zuschauer unter anderem um Hinweise zum Motorrad, zum Helm und der Tasche, die allesamt in der Tatnacht von den Kriminellen benutzt worden waren.

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Rund 45 Hinweise aus der Bevölkerung gingen nach den Sendung ein. Etwa 30 davon landeten im TV-Studio, die anderen gingen bei der Augsburger Polizei per Telefon und sogar per E-Mail ein. Die meisten davon bezogen sich auf die schwarze Tasche der flüchtigen Täter. "Eine heiße Spur ist bislang nicht dabei", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen.

Ein Hinweise, der nach der Sendung einging, klang zunächst recht interessant. Ein Zuschauer berichtete von einem Drogengeschäft, in das die Täter möglicherweise verwickelt gewesen sein könnten. Zudem nannte er sogar einen bestimmten Vornamen. 

Die Ermittler der 50-köpfigen Soko „Spickel“ gehen diesem wie auch den anderen Hinweisen seit Mittwochnacht nach. Allerdings mit einer gewissen Skepsis, was die scheinbare Spur ins Drogenmilieu betrifft. "Wir halten das für eher ausgeschlossen", hieß es in Ermittlerkreisen.

Fahndung dauert an

Seit Dienstag dieser Woche fahndet die Kripo auch mit Plakaten nach den Augsburger Polizistenmördern. Diese zeigen Helm, Motorrad und Tasche der Täter und  wurden an 3700 Augsburger Haushalte verteilt und an öffentlichen Plätzen ausgehängt. Insgesamt hat die Polizei bislang rund 550 Hinweise erhalten. Für Tipps, die zu den Tätern führen, wurde eine Belohnung von 55.000 Euro ausgesetzt.

Keine Verbindung zum Polizistenmord von Heilbronn

Eine andere Spur hat sich indes zerlaufen. Wie Sporer gestern in der Sendung erklärte und Augsburgs Polizeipräsident Gerhard Schlögl zuvor schon unserer Zeitung mitgeteilt hatte, kann ein Zusammenhang zwischen den Polizistenmorden in Augsburg und Heilbronn derzeit ausgeschlossen werden.

Genährt wurde der vage Verdacht durch Spekulationen, dass die Verdächtigen im vier Jahre zurückliegenden Heilbronner Fall eine Waffe besessen haben, die auch im Augsburger Fall benutzt worden sein könnte. Doch das war wohl nicht der Fall. Vergleichsgutachten seien negativ ausgefallen, hieß es. Auch DNA-Material vom Augsburger Tatort wurde mit Erbgut der Verdächtigen im Heilbronner Fall verglichen – ebenfalls ohne Treffer.

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