Freitag, 28. April 2017

04. Juli 2013 07:49 Uhr

Prozess um Bernd F.

Pow-Wow-Gründer legt Geständnis ab

Der frühere Augsburger Szenegastronom gibt zu, indirekt einen Angriff auf seinen Ex-Geschäftspartner in Auftrag gegeben zu haben.

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Bernd F. hat einst die Kaffeekette Pow Wow gegründet.

Der frühere Szenegastronom und Pow-Wow-Gründer Bernd F., 45, hat am Mittwoch vor dem Landgericht zugegeben, im Herbst 2010 über einen Mittelsmann einen Angriff auf einen früheren Geschäftspartner in Auftrag gegeben zu haben. Er habe ihm aus „Verärgerung und Enttäuschung“ einen „Denkzettel“ verpassen wollen. Das Opfer erlitt dabei leichte Verletzungen.

Ex-Geschäftspartner: Angriff psychisch zugesetzt

F. bezeichnete es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung als „großen Fehler“, den Angriff mittelbar in Auftrag gegeben zu haben. Er habe sich beim Hochziehen eines Gastronomie-Projekts in Augsburg von seinem damaligen Geschäftspartner hintergangen gefühlt. Dieser habe entgegen einer Absprache weitaus weniger in das Projekt gesteckt als er. F. sagt, er habe ihm dann ein Darlehen gegeben. Kurz darauf sei er aus dem Projekt gedrängt worden. „Dies führte naturgemäß zu Streitereien.“ Er habe einem Bekannten letzten Endes 2000 Euro geboten, wenn er dafür sorge, dass sein früherer Geschäftspartner eine Abreibung erhält. Bei der Unterredung seien auch Stockschläge gegen die Beine ein Thema gewesen.

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Auch der Ex-Geschäftspartner von F., der als Nebenkläger auftritt, sagte als Zeuge aus. Der Angriff habe ihm im ersten Jahr danach psychisch zugesetzt. Er stellte den Verlauf der Streitigkeiten anders dar. F. sei nach „Zwistigkeiten über Renovierungsdetails“ von sich aus ausgestiegen. Es habe keine Regelung gegeben, wer wie viel für was bezahlen soll. Im Nachhinein sei dies ein Fehler gewesen. Das Gericht merkte an, dass das Fehlen einer solchen Abmachung unter Geschäftsleuten „ungewöhnlich“ sei.

Steuerhinterziehung: Schaden wohl geringer

Was den Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen F. betrifft, ist die Schadenssumme wohl deutlich geringer als die in der Anklage hochgerechneten 1,34 Millionen Euro. Eine Nachberechnung des Finanzamts geht inzwischen von einem Schaden von 200000 Euro aus. F. räumte ein, in den Jahren 2005 bis 2009 insgesamt 360000 Euro unversteuert aus seinem Unternehmen geholt zu haben. Die Steuerschuld sei durch die Beschlagnahmung seines Vermögens inzwischen „mehr als zurückgeführt“, ließ F. erklären.

Das Geständnis kam nach langen Gesprächen von Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft zustande. Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser stellte F. am Mittwoch für ein Geständnis einen Strafrahmen zwischen drei und dreieinhalb Jahren in Aussicht. Da alle Seiten mit dem „Deal“ einverstanden sind, ist es wahrscheinlich, dass am Ende des Verfahrens eine Verurteilung in dieser Höhe kommen wird.

Die in der Anklage aufgeführten Schwarzeinkäufe von Kaffee spielen indes wohl keine Rolle mehr. „Die vorgeworfenen Kaffee-Einkaufsfahrten nach Italien haben nicht stattgefunden und können nicht zur Grundlage der Steuerschätzung gemacht werden“, so F. Wie berichtet hatte ein Lagerist der Café-Kette ausgesagt, dass ihm in seiner langjährigen Tätigkeit nie „schwarz“ angelieferter Kaffee aufgefallen sei.

Das Verfahren wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. Voraussichtlich wird dann auch ein Urteil gesprochen werden.

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Ein Artikel von
Stefan Krog

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