Mittwoch, 13. Dezember 2017

25. Juli 2016 10:23 Uhr

Augsburg

Premium Aerotec: 25000 Besucher sehen, wie man Flieger baut

Normalerweise arbeitet Premium Aerotec im Stillen an teilen für Airbus-Flugzeuge. Etwa 25000 Menschen konnten jetzt einen Blick in die Hallen werfen. Von Claudia Knieß

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So mancher Papa wurde endgültig zum Helden für seinen Dreikäsehoch: „Papa, hast Du an dem Flugzeug mitgebaut?“ Und so manche Auszubildende von ihrem Freund um den spannenden Job beneidet: Die knapp 4000 Mitarbeiter des Augsburger Premium-Aerotec-Standortes hatten beim Familientag Gelegenheit, ihren Sprösslingen und anderen Angehörigen zu zeigen, woran sie arbeiten und welche Flieger dank ihrer Hilfe abheben (Bildergalerie). Rund 25000 Menschen kamen nach Angaben des Unternehmens. Anlass der Veranstaltung waren 100 Jahre Flugzeugbau in Augsburg. Die Stadt gehört ebenso zu den Pionierregionen der Branche wie sie auch für die Zukunft der Luftfahrttechnik gut aufgestellt ist, unter anderem dank des 2010 eröffneten vierten Werkes am Standort nahe der WWK-Arena.

Dort zeigte auch Andreas Eichhorn seiner Familie – Frau Verena sowie dem vierjährigen Max und der einjährigen Clara –, was er und seine Kollegen täglich so leisten. „Das ist schon wichtig, vor allem wenn man einen technischen Beruf hat, den man doch schwer theoretisch erklären kann.“ Der Versuchs-Techniker arbeitet selbst im Werk an der Haunstetter Straße, wo er zuallererst seinen Lieben gezeigt hatte, was er konkret an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Serie tut. Dann fand er es selbst spannend, die Fertigungshalle seiner Kollegen für die A350-XWB-Rumpfschalen zu besuchen. Verena Eichhorn war vor allem von der Kohlefaser-Fertigung beeindruckt: „Wie sie dort im Vakuum die verschiedenen Textilschichten übereinander legen und dann in dem riesigen Autoklav backen, das sieht man ja nicht alle Tage.“ Bei diesem Vakuum-Verfahren für Kohlefaser ist Premium Aerotec technisch an der Spitze der Luft- und Raumfahrtindustrie.

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Überflug eines Kolosses

Nesthäkchen Clara hatte vor allem Spaß am Rahmenprogramm mit Luftballonsteigen oder einer Hüpfburg in Helikopter-Form. Max interessierte sich zunächst mehr für die Werksfeuerwehr, die zeigte, wie sie die Produktionshallen schnell und effizient schützen kann, und hatte Glück: Er gewann beim Loseziehen einen Feuerwehrhelm. Als dann aber der Militärtransporter A400M über dem Werk seine Runden drehte, kletterte der Vierjährige schnell auf Papas Schultern und schaute gen Himmel. Auch für Andreas Eichhorn war es „das Highlight des Tages, so eine Maschine, an der man selbst mit baut oder deren Teile man testet, mal in Aktion zu sehen.“ Manche Anwohner dagegen waren besorgt, ob des tief fliegenden Kolosses (siehe Bericht oben).

Die Menschen am großen Festzelt störten die Überflieger nicht, sie wussten ja Bescheid – und kannten jetzt auch den Arbeitsplatz ihrer Angehörigen. Wie Familie Gebauer, die nach einem Rundgang verschnaufte, Schmankerl genoss und scherzte, dass Tochter Jacqueline ihnen doch mal ein eigenes Familienflugzeug bauen könnte. Vor allem Oma Marlies ist ständig in der ganzen Welt unterwegs – Sansibar, Nepal, Thailand, Indien, Marrakesch, Senegal... „Wir verreisen alle so gerne weit weg, und dafür braucht man ja immer den Flieger.“ Jacqueline Gebauer hat bei Premium Ae-rotec Fluggerätemechanikerin gelernt, seit 2014 arbeitet sie beim Clip-Setup: „Wir bauen Querverstrebungen in die Flugzeug-Halbschalen aus Carbon ein, und die sogenannten Clips zur Stabilisierung“, erklärte die 22-Jährige. „Außerdem verbolze ich Fenster- und Türrahmen und dichte sie mit Kit ein.“ Aber auch Composite-Teile legen und schleifen würde ihr Spaß machen, „da ist es immer so sauber und kühler als unter den Halbschalen.“

Jubiläum in der Produktion

Passend zum 100-jährigen Augsburger Flugzeugbau-Jubiläum lieferten Gebauer und ihre Kollegen übrigens die Rumpfschalen für die 100ste A350 XWB an Airbus. „Von Augsburg aus gehen die mit dem Lastwagen nach Manching“, erklärte ihr Vorgesetzter Michael May, der Leiter der Schalenmontage. „Dort werden sie auf eine Transportvorrichtung gesetzt und mit dem Sondertransportflugzeug Beluga nach Hamburg transportiert, wo sie mit weiteren Teilen, unter anderem dem Rumpfheck aus Spanien, verbunden werden. Endgültig fertiggestellt wird die Maschine dann in Toulouse.“ Kein Wunder also, dass die Augsburger sich freuten, mal komplette Flugzeuge am schwäbischen Himmel zu sehen.

Georg Kurtz freute sich vor allem über die Segelflieger der MBB Flugsport-Gruppe. Während der Flugzeugelektriker seit 16 Jahren an großen Flugzeugen mit baut, fliegt er in seiner Freizeit gerne selbst Segler. Sohn Robert gehört als Fluggeräte-Mechaniker in Ausbildung auch zu Premium Aerotec: „Mein Vater hat mich immer mitgenommen zum Segelfliegen, man wächst also damit auf und irgendwie auch rein in die Luftfahrtbranche“, erzählte er.

Andreas Eichhorn erinnert sich: „Mit so einem Segler durfte ich, wie alle Lehrlinge, am ersten Tag hier eine Runde mitfliegen.“ Aber was möchte sein Sohn Max später einmal werden? Versuchstechniker wie der Papa, Pilot oder doch lieber Feuerwehrmann? So sehr er die Flugzeuge und den Papa auch bewundert, der Vierjährige hat ganz andere Pläne: „Bauer!“. »Seite 8

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