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12. Dezember 2011 16:59 Uhr

Bundeswehr

Premium Aerotec hebt auch weiterhin ab

Für das Augsburger Luftfahrtunternehmen Premium Aerotec hängt viel davon ab, wie es in den kommenden Jahren mit der Bundeswehr auf dem Lechfeld weitergeht.

Ein- bis zweimal im Monat hebt das Großraumflugzeug Beluga mit von Premium Aerotec gefertigten Komponenten vom Lechfeld ab.
Foto: Archivfoto: Schöllhorn

Die Firma Premium Aerotec nutzt dort die Start- und Landebahn, um ihre in Augsburg produzierten Bauteile zu den Endmontagelinien der Kunden zu fliegen. Sollte die Bundeswehr den Flugplatz dichtmachen, fiele dieser wichtige Umschlagplatz weg.

Umso aufmerksamer verfolgt man daher in der Augsburger Firmenzentrale die Meldungen aus dem Verteidigungsministerium. Das hatte in der vergangenen Woche mit einem Schreiben erneut für Schlagzeilen gesorgt. In dem Brief heißt es, die Tornados des Jagdbombergeschwaders (JaboG) 32 würden bis Ende 2012 und damit schon früher als gedacht vom Lechfeld abziehen. Doch Glück für Premium Aerotec: Der Flugplatz werde als Ausweichstandort weiter betrieben, heißt es in dem Brief. Auch Premium Aerotec könne ihn nutzen.

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Kooperation mit der Bundeswehr auf dem Lechfeld

Ob es bereits vertragliche Vereinbarungen zwischen der Bundeswehr und Premium Aerotec zur Fortführung der Flugverbindung gibt, wollte Unternehmenssprecher Edmund Reitter im Gespräch mit unserer Zeitung nicht sagen. Man bedauere den Abzug des Geschwaders, erklärte Reitter. Dass die Bundeswehr erneut bestätigt habe, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten, sei für das Unternehmen von „hoher Bedeutung“, so der Sprecher. „Somit können wir die Kooperation mit der Bundeswehr auf dem Lechfeld fortsetzen.“

Premium Aerotec beschäftigt in der Region rund 3000 Mitarbeiter. Die frühere EADS-Tochter hatte im Oktober 2001 mit dem JaboG 32 einen Mitbenutzungsvertrag unterzeichnet und baute später am nordöstlichen Ende der Start- und Landebahn ein weiteres Werk auf. Hier fertigen heute rund 300 Mitarbeiter unter anderem die Flügelvorderkanten für den zweistöckigen Airbus A380. Seit 2003 fliegt der Großraumtransporter Beluga ein- bis zweimal im Monat den Fliegerhorst an und bringt die dort produzierten Flugzeugteile zu den jeweiligen Endmontagen in Europa.

Premium Aerotec fertigt Rumpfmittelteile für den Eurofighter

Noch im Juli – also vor der Bekanntgabe der Entscheidung, dass das JaboG32 vom Lechfeld abziehen muss – hatte der Augsburger Werkleiter Peter Schwarz im Gespräch mit unserer Zeitung vor den weitreichenden Konsequenzen einer Schließung gewarnt: „Sollte die Start- und Landebahn auf dem Lechfeld nicht mehr zur Verfügung stehen, bedeutet das in den nächsten Jahren sicherlich Nachteile bei der Akquise von neuen Aufträgen für übergroße Bauteile“, sagte Schwarz damals. Er schloss nicht aus, dass in diesem Falle langfristig auch Arbeitsplätze in der Region verloren gehen könnten.

Premium Aerotec ist auch in anderer Weise mit dem Militär verbunden. Das Unternehmen fertigt die Rumpfmittelteile für den Eurofighter. Im Januar 2000 hatte die Zusammenarbeit begonnen. Jetzt lieferte das Unternehmen das 400. Teil aus. Die an verschiedenen Standorten hergestellten Komponenten werden in Augsburg integriert und dann zu Cassidian nach Manching geliefert. Von dort aus kommen sie zu den Endmontagelinien in Deutschland, Italien, Großbritannien und Spanien.

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