Mittwoch, 19. Juni 2013

15. März 2011 00:06 Uhr

Selhbsthilfegruppen

Psychische Belastung ist ein großes Thema

Zahl der Menschen, die sich zusammenschließen, nimmt zu. Burnout und Alkoholismus sind Schwerpunkte Von Magnus Hilger

Krankheiten, die Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Drogen und psychische Probleme stellen für Betroffene und deren Angehörige eine schwere Belastung dar. Rat und Hilfe finden viele in Selbsthilfegruppen. Was diese Gruppen leisten, weiß Petra Seidel von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen. Wir haben mit ihr über das Thema gesprochen.

Wie entwickelt sich die Zahl der Selbsthilfegruppen?

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Seidel: Im Großraum Augsburg haben wir einen Zuwachs von 15 bis 25 Gruppen pro Jahr. Es lösen sich zwar auch immer wieder welche auf, aber die Gesamtzahl schwillt an.

Wie viele Leute kommen zu den Gruppen?

Seidel: Im Durchschnitt sind es 15 Personen in einer Gruppe, das ist aber abhängig vom Thema. So gibt es auch Veranstaltungen mit 100 Personen und Gruppen mit sechs bis acht Leuten.

Welche Themen sind derzeit aktuell?

Seidel: Zu Depressionen, Burnout und psychischen Belastungen allgemein haben wir viele Anfragen, das nimmt seit Jahren rapide zu. Genauso ist es bei den Themen Alkohol und Sucht.

Wie läuft die Gründung einer Gruppe?

Seidel: Jeder, der eine Gruppe gründen möchte, bekommt in der Kontaktstelle Beratung und Starthilfe. Einzige Voraussetzung ist, dass man selbst oder als Angehöriger betroffen ist. Bei der Beratung klären wir zunächst das Gruppenthema und die Vorstellungen der Leute, also beispielsweise ob es ein reiner Gesprächskreis werden soll, wo und wie oft die Treffen stattfinden sollen. Dafür bieten wir auch unsere Räumlichkeiten an. Dann ist zu klären, wie man die Gruppe bekannt macht, ob die Person bereits andere Betroffene kennt oder erst suchen möchte.

Wie helfen solche Treffen den Betroffenen?

Seidel: In einer Selbsthilfegruppe kommen viele Leute mit den gleichen Problemen zum Erfahrungsaustausch zusammen. Beispielsweise treffen Personen in den unterschiedlichen Stadien einer Krankheit aufeinander, solche die gerade erst die Diagnose bekommen haben und andere die bereits länger damit leben. Da kann man sich dann gegenseitig Tipps geben.

Wie verläuft ein Gruppentreffen?

Seidel: Das ist abhängig von der Gruppe, das können reine Gesprächskreise sei, oder Fragestunden mit einem Arzt, einem Psychologen oder einem Therapeuten. Das geht bis dahin, dass sich die Leute im Privatleben gegenseitig unterstützen. In einigen Gruppen hat zum Beispiel ein Gruppenmitglied einen eigenen Ansprechpartner, der ihm über Schwächephasen hinweg hilft und Rückfälle vermeiden soll. Den der Betroffene jederzeit anrufen kann. Außerdem gibt es Begleitdienste zum Arzt oder ins Krankenhaus oder Funktionssportgruppen bei orthopädischen Problemen.

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