Dienstag, 24. Mai 2016

29. Januar 2016 17:32 Uhr

Augsburg

Räuber für Überfälle auf Juweliere zu langen Haftstrafen verurteilt

Zwei Russen, die sieben Überfälle auf Juweliere in Deutschland und der Schweiz verübten, müssen hinter Gitter. Ihr Raubzüge endeten mitten in Augsburg. Von Klaus Utzni

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Im Dezember 2014 wurde ein Juwelier in der Annastraße überfallen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Nach monatelangem Prozess hat die 3. Strafkammer beim Landgericht eine über ein Jahrzehnt andauernde Serie bewaffneter Überfälle auf Juweliere in Deutschland und der Schweiz gesühnt. Zwei Russen (38 und 48) wurden zu Haftstrafen von fast 14 beziehungsweise elf Jahren verurteilt. Die Männer hatten bei sieben Raubtaten Luxusuhren im Gesamtwert von über drei Millionen Euro erbeutet.

Die Serie begann 2003 in Frankfurt am Main. Später wurden Juweliere in Dortmund, Luzern und Lausanne in der Schweiz, in Fürth sowie die Geschäfte Hörl (2012) und Mayer in Augsburg Ziel der Uhren-Räuber. Die Überfälle dauerten stets nur ein bis zwei Minuten. Die Räuber betraten als Kunden die Juwelierläden, maskierten sich blitzschnell, zogen Waffen, bedrohten die Angestellten, rafften die wertvollsten Luxusuhren zusammen und verschwanden unerkannt.

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Im Dezember scheiterte die Flucht

Beim siebten Coup allerdings, am 16. Dezember 2014, scheitert die Flucht der Männer, die im Juweliergeschäft von Herbert Mayer in der Annastraße 49 Uhren im Wert von 850000 Euro rauben. Ein Angestellter und ein Passant verfolgen die Räuber, die wenig später in der Innenstadt von der Polizei gestellt werden. Die Beute wird sichergestellt. Die Festgenommenen schweigen. Mühevoll kann die Polizei dennoch ihre Identität ermitteln: Es sind Russen aus dem Raum Moskau, Sergej G., 38, und Lev G., 48, vermutlich Mitglieder einer auf derartige Überfälle spezialisierten Bande. Nach und nach trägt die Kripo Beweise zusammen. Es sind DNA-Spuren an zurückgelassener Maskierung, so an Nylonstrümpfen und Schals, auch an Jacken und Mützen, an Tragetaschen, einem Rucksack, einmal eine kleine Blutspur in der Auslage eines Juweliergeschäfts. Auch Filme der Überwachungskameras liefern Erkenntnisse.

Wie die Kripo ermittelte, waren die Uhren-Räuber von Moskau aus getrennt mit dem Flieger über Finnland und Italien nach Deutschland geflogen, hatten sich hier getroffen und waren mit einem Leihauto zu den Tatorten gefahren. In dem seit November dauernden Prozess schwiegen die Männer eisern. Nur der Ältere beklagte sich in seinem „letzten Wort“ über das „Ermittlungssystem in Deutschland“. Die Behörden hielten sich nicht an die Regeln, die Zustände im Gefängnis seien „schmutzig“, schlimmer als in seinem Heimatland, ließ er übersetzen. Immerhin kamen ihm auch Worte der Entschuldigung über die Lippen: „Es tut mir leid wegen der Tränen, die einige vergossen haben.“

Angestellte ist noch immer traumatisiert

Die Tränen der traumatisierten Angestellten, die psychischen Schäden, die bis heute bei Zeugen andauerten, hielt Staatsanwalt Christian Grimmeisen für straferschwerend. Die Angeklagten bezeichnete er als „Berufsverbrecher“. Ausdrücklich hob er die Festnahmeaktion in Augsburg hervor, die auch auf eine „hohe Streifendichte“ der Polizei im Stadtgebiet zurückzuführen sei. Bei dem Überfall in Dortmund, so verglich er, „war die Polizei nach 45 Minuten noch nicht am Tatort“. Angesichts der Beweislage baten die Verteidiger Marco Müller, Klaus Rödl und Johannes Siegmund um „milde und gerechte Strafen“.

Das Gericht unter Vorsitz von Roland Christiani verhängte gegen Sergej G. 13 Jahre und neun Monate Haft, Lev. G., dem drei Fälle weniger zur Last gelegt wurden, wurde für zehn Jahre und neun Monate ins Gefängnis geschickt. In einer „Puzzlearbeit“, so der Vorsitzende, seien die Vorwürfe „lückenlos, felsenfest und glasklar“ bewiesen worden. Der Prozess war geradezu ein Paradebeispiel eines rechtsstaatlichen Verfahrens, wies er die Kritik von Lev G. in dessen letztem Wort zurück. Sergej G. und Lev G. nahmen das Urteil schweigend zur Kenntnis.

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