Wovon andere nur träumen können, das ist in der Fuggerei derzeit Realität. Trotz Konjunkturflaute und den damit verbundenen Verlusten im Bayern-Tourismus registrierte die älteste Sozialsiedlung der Welt im Juli 2009 Rekordzahlen.

Im vergangenen Monat wurden von der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration 18 079 Eintrittskarten gezählt. Weil sich darunter auch 525 Tickets für Familien und 228 für Schulklassen befanden, haben im Juli weit mehr als 20 000 Menschen die weltweit bekannteste Touristen-Attraktion der Fuggerstadt besichtigt.
Gründe für den Boom gegen alle Trends gibt es einige. Vor allem, so Stiftungs-Administrator Wolf-Dietrich Graf von Hundt, dürfte sich in diesem Sommer das Jubiläumsjahr "550 Jahre Jakob Fugger" niedergeschlagen haben. Damit verbunden war eine bundesweite Breitenwirkung: Von den Burda-Blättern bis zur Berliner Presse, von der Zeitschrift "National Geographic" bis zur katholischen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" berichteten deutsche Medien über das Festjahr und die Fuggerei. Das ZDF, das Bayerische Fernsehen und auch jüngst RTL drehten heuer bereits in der Fuggerei. Selbst das US-amerikanische "Wall Street Journal" widmete der Fuggerei einen größeren Beitrag. Positiv auf die Besucherzahlen habe sich aber auch die Kooperation der Fuggerei mit der Deutschen Bahn niedergeschlagen, die die Sozialsiedlung in verschiedenen Broschüren und Pauschalen bewirbt. Besondere Freude hat man in der Fuggerschen-Stiftungs-Administration an den von der Regio Augsburg Tourismus GmbH organisierten Reisegruppen. 6 220 Gruppenreisende bedeuteten im Juli 2009 gegenüber Juli 2008 ein Plus von rund 55 Prozent.
Doch in der Fuggerei verlässt man sich nicht allein auf die gute Zusammenarbeit mit der Regio - man tut auch selbst etwas. Seit Kurzem gibt es die Fuggerei-Broschüren und die Webseiten der Sozialsiedlung in elf Sprachen.
Denn die Gäste kommen aus aller Welt - vor allem die zahlreichen Italiener in der Fuggerei fallen auf. Besonders beliebte Kunden im Fuggereilädle sind übrigens die Schweizer. Sie sitzen gern im Biergarten und sind signifikant spendabler als deutsche Gäste. (AZ)
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