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02. Dezember 2010 06:38 Uhr

Scharfe Vorwürfe gegen Minister

Ob Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch die Torte ins Gesicht kriegen sollte oder nur in die Hände gedrückt, das ließ sich hinterher nicht mehr genau feststellen. Tatsache ist, dass der FDP-Politiker von einigen Studentenvertretern schon auf dem Podium in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) für "neidfördernde Klientelpolitik" seiner Partei scharf kritisiert worden ist ("Sie sollten sich schämen!"). Anstatt die Studierenden mit Gebühren zu belasten, damit der Hochschulbetrieb überhaupt noch einigermaßen funktioniert, sollten die Besserverdienenden mehr Steuern zahlen.

Eigentlich sollte die Diskussion, die der frühere Studentenpfarrer Florian Schuller, jetzt Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, ruhig moderierte, um die Frage gehen: "Macht Bildung glücklich?" Doch die Eingangsstatements waren kaum verklungen, da prasselten die Fragen nach der Hochschulfinanzierung auf den Minister ein.

Könne man seine Beteuerung, dass alle jungen Leute in Bayern studieren sollten, die es nur wollen - ganz gleich von welchem Weg sie kommen, angesicht der sozialen Hürde der Studiengebühren überhaupt ernst nehmen? Verlagere der Staat nicht zunehmend die Grundkosten der Unis auf die Studierenden? "Was ist das für eine Verbesserung, wenn dank meiner Gebühren erst mal alle Kurse stattfinden, die ich belegen muss?" "Das Studium in der Breite, wie wir es anbieten, ist nur möglich, weil es Gebühren gibt", bestätigte Uni-Vizepräsident Prof. Werner Wiater.

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Beunruhigung löste die verhängte Haushaltssperre der Staatsregierung aus, denn in den Etats der Hochschule gibt es keinen Speck. Heubisch räumte ein, die Kürzung ("um 0,75 Prozent") sei "schmerzlich". Er werde im Kabinett verhandeln, um die Sperre im Wissenschaftshaushalt 2011 zu revidieren. "Die Zielvereinbarungen mit den einzelnen Hochschule werden selbstverständlich eingehalten", versicherte der Minister.

Ausdrücklich recht gab Heubisch den Studenten für ihre Proteste gegen Leistungsdruck und verschultes Studium. Bachelor und Master seien in Bayern zu starr eingeführt worden. "Ich glaube, inzwischen ist eine Erleichterung eingetreten", meinte er.

Seine Bemerkung, jede Hochschule könne selbst ihre Bachelorstudiengänge flexibel zwischen sechs und acht Semestern einrichten, traf auf den Widerspruch von Uni-Vize Wiater. Mehr Freiräume im Studium seien zwar eine berechtigte Forderung, aber unterschiedliche Studienzeiten könnten ein Nachteil für die Absolventen sein.

Hochschulpräsident Prof. Hans-Eberhard Schurk gab indes bekannt, zukünftig könnten Ingenieur-Masterstudenten das letzte Jahr völlig frei belegen, um ihnen Auslandsstudien zu ermöglichen. Man sei auch dabei, den Druck aus dem Bachelorstudium herauszunehmen, sodass nicht die erste Prüfung mit vollem Gewicht in die Endnote eingeht.

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