Samstag, 21. Oktober 2017

22. Januar 2014 12:06 Uhr

Nahverkehr

Schlechte Karten für die Straßenbahn nach Königsbrunn

Eine neue Debatte bringt das alte Ergebnis: Die Tram kostet den Landkreis Augsburg im Jahr 1,5 Millionen Euro. Daher kommt eine weitere Idee ins Spiel.

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Die Tram kostet den Landkreis Augsburg im Jahr 1,5 Millionen Euro. Daher kommt eine weitere Idee ins Spiel.
Foto: Symbolbild: Anne Wall

Es waren schwere Geschütze, die die Freien Wähler vor zwei Wochen gegen Landrat Martin Sailer (CSU) auffuhren: Sie warfen ihm vor, bei schwierigen Themen zu kneifen – etwa bei der Frage einer Straßenbahnlinie von Augsburg nach Königsbrunn. Fraktionschef Bernhard Hannemann hatte deshalb im Kreistag einen Antrag gestellt: Der Landrat sollte berichten, wie es um das Nahverkehrsprojekt steht, bei dem es seit Jahren keine Fortschritte gibt. Der Vortrag, den Sachbearbeiter Walter Michale daraufhin in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses hielt, war allerdings kaum dazu geeignet, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.

Michale erklärte, dass die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn den Landkreis teuer zu stehen kommen würde: Nach einer Berechnung der Augsburger Stadtwerke koste sie den Kreis jährlich mehr als zwei Millionen Euro – und würde damit einen beachtlichen Teil der Ausgaben des Kreises für den öffentlichen Nahverkehr ausmachen, die derzeit bei etwa sechs Millionen Euro liegen. Diese Kalkulation war nicht neu – im Gegensatz zu einer Untersuchung des Augsburger Verkehrsverbunds (AVV) zu Einsparpotenzialen.

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"Selbst wenn man viel spart, bleibt ein Defizit von 1,5 Millionen Euro"

Jährlich könne man die Kosten um 840 000 Euro senken, sagte Michale – wenn man im Gegenzug die Schnellbuslinie 740 streiche, die derzeit die beiden Städte direkt verbindet. Ein Teil dieser Summe käme allerdings den Verbundpartnern im AVV zugute – zu viel Euphorie sei deshalb nicht angebracht. „Selbst wenn man viel spart, bleibt immer noch ein Defizit von 1,5 Millionen Euro.“

Kreisrätin Ursula Jung (Grüne) aus Königsbrunn zeigte sich enttäuscht. „Wir kämpfen seit 20 Jahren für die Straßenbahn und sind als Stadt extrem in Vorlage gegangen“, sagte sie. Das Landratsamt engagiere sich nicht genug. Es gebe doch eine Analyse der Firma Spiekermann, nach der eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn einen volkswirtschaftlichen Nutzen habe, der „einmalig ist in Deutschland“. Darauf müsse die Behörde hinweisen – und nicht stets mit pessimistischen Zahlen in die Verhandlungen treten.

Freie Wähler sprechen von „Milchmädchenrechnung“

Bernhard Hannemann kanzelte den Vortrag gar als „Milchmädchenrechnung“ ab. Die Zahlen seien kritisch zu hinterfragen. „Wenn man sie so stehen lässt, wäre das Projekt nicht durchzusetzen – und das wäre sehr schade.“ Er forderte ebenfalls, den wirtschaftlichen Nutzen für die gesamte Region einzubeziehen. Landrat Martin Sailer widersprach dem Vorwurf Jungs.

Am mangelnden Engagement seinerseits habe es nicht gelegen. „Wir können aber auch der Stadt Augsburg nicht vorschreiben, wie sie die Straßenbahn baut.“ Sie sei in mehreren Verhandlungen bei den Zahlen geblieben. Zudem müsse man Konzepte miteinander vergleichen. Der Ausbau der Tram bedeute voraussichtlich, dass die Schnellbuslinie wegfällt – was unter Königsbrunnern auf wenig Gegenliebe stoße.

Die Stadt soll sagen, was sie beitragen will

Harald Güller (SPD) und Heinz Liebert (CSU) forderten deshalb, dass zunächst die Stadt Königsbrunn klären müsse, wie viel ihnen eine Straßenbahn wert sei. „Vorher kann es keine Antwort auf den Antrag geben“, fand Liebert. Eine zügige Entscheidung über die Straßenbahn ist derzeit also nicht in Sicht. Walter Michale brachte noch eine weitere Idee ins Spiel: Angesichts der zu erwartenden Kosten einer Tram sollte man überlegen, ob die Schnellbuslinie 740 nicht einfach mehr Busse führen könne.

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