Der Kö-Umbau hat begonnen und wirft auch gleich Fragen auf. Zum Beispiel die nach der Einsatzfähigkeit der alten Dieselbusse. In der Linie 46 hat sich ein Mädchen leicht verletzt. Von Ines Lehmann

Kritische Anmerkungen und Fragen zum Jahrhundertprojekt Kö-Umbau hatten einige unserer Leser bereits gestern, obwohl erst heute offizieller Startschuss war. Fragen warfen vor allem die Qualität der alten, von den Stadtwerken zugekauften Dieselbusse sowie die Taktung einzelner Linien auf.
Linie 46 Bernd Betz war mit seiner kleinen Tochter auf der Linie 46 zwischen Lechbrücke und Brixener Straße unterwegs. In dem alten Dieselbus verletzte sich das kleine Mädchen an einem herausstehenden Eisenspan leicht am Finger. Ist die Qualität der Busse ausreichend, um im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt zu werden?, möchte der Familienvater wissen.
Antwort: Jürgen Fergg, Sprecher der Stadtwerke, sagt dazu: „Die Busse wurden überprüft und auch überholt.“ Dass sich jemand verletzt, dürfe natürlich nicht passieren. Für den Hinweis von Betz sei er dankbar und werde ihn an die Werkstatt weitergeben. „Den Mangel werden wir beheben.“ Grundsätzlich seien die Ersatzbusse, die das Zusatzaufkommen während des Umbaus auffangen sollen, absolut einsatzbereit. Im Sommer würden laut Fergg zudem zwölf neue Erdgasbusse angeschafft, dadurch könne die Anzahl der Dieselbusse leicht reduziert werden.
Linie 35 Matthias Köhler möchte wissen, warum die Buslinie 35 nur alle 15 Minuten fährt. Die neu geschaffene Linie zwischen Göggingen und Pfersee, Linie 42, sei sogar nur alle 30 Minuten getaktet. „Die Kunden werden sie deshalb nicht annehmen“, glaubt er.
Antwort: Von einer „grundsätzlichen Taktung mit einer Viertelstunde bei Bussen bis auf Hochzoll“ spricht Stadtwerke-Sprecher Fergg. „Wir brauchen eine gewisse Auslastung, die einzelnen Linien müssen sich auch rechnen.“ Wo Engpässe auftreten, beispielsweise in den Morgenstunden, würden auch zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt, was die Kunden nicht unbedingt bemerken. Dass der 42er zwischen Göggingen und Pfersee nicht angenommen wird, glaubt Fergg aber nicht. „Diese Verbindung ist sehr gewollt, sie ist der Bypass, mit dem wir die Innenstadt entlasten wollen.“ Jede neue Linie unterliege einer Testphase. „Wir führen den 42er jetzt mit dieser halbstündigen Taktung ein. In einigen Wochen wissen wir, ob das so passt oder ob wir nachbessern müssen“, so Fergg weiter.
Fuggerstraße Martina Grube war kürzlich mit dem Fahrrad auf der Fuggerstraße unterwegs und hat unfreiwillig den Bus hinter ihr ausgebremst. Ob man nicht während der Zeit des Umbaus den Fußweg für Radler freigeben könne, fragt sie.
Antwort: Josef Weber, Chef des Tiefbauamts, findet nicht, dass dies nötig ist. „Der Radfahrstreifen ist unverändert breit und bleibt das auch die nächsten Monate.“ Der Bus habe genug Platz und dürfe gar nicht auf den Streifen ausweichen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren