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29. Dezember 2011 14:39 Uhr

Augsburger Polizistenmord

Sondereinsatzkommando fasst zwei Tatverdächtige

Der Augsburger Polizistenmord steht möglicherweise vor der Aufklärung. Beamte eines Sondereinsatzkommandos nahmen am Donnerstag die zwei mutmaßlichen Täter fest.

Es war am Donnerstagvormittag, als in Augsburg und in Friedberg die Handschellen klickten. Schwer bewaffnete SEK-Beamte schlugen zeitgleich in beiden Städten zu, nahmen die zwei Verdächtigen fest. Die waren offensichtlich völlig überrascht. "Sie leisteten keinen Widerstand", berichtete Manfred Gottschalk vom Polizeipräsidium Schwaben-Nord in Augsburg.

Die Männer, beide schon länger wegen verschiedener Delikte polizeibekannt, hatten offenbar schon länger im Visier der Soko "Spickel" gestanden. Zivilbeamte hatten den Augsburger und den Friedberger über Tage hinweg beobachtet, bis nun der Zugriff erfolgte.

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Der Augsburger Polizist Mathias Vieth war in der Nacht des 28. Oktober im Augsburger Siebentischwald erschossen worden. Der Beamte wollte mit seiner Kollegin auf einem Parkplatz am Augsburger Kuhsee zwei verdächtige Männer kontrollieren. Doch die rasten sofort auf einem Motorrad davon. Nach einer kurzen Verfolgungsfahrt stürzten die Flüchtigen auf einem Waldweg. Als die Streifenbeamten ankamen, eröffneten die Verdächtigen das Feuer auf die Polizisten.

Vieth, ein Familienvater mit zwei Kindern, wurde mehrfach getroffen. Er trug eine Schutzweste, die den Schüssen standhielt. Die tödlichen Schüsse trafen den 41-Jährigen aber dort, wo die Weste nichts abdeckt – angeblich am Hals und am Kopf. Seine Kollegin wurde durch einen Streifschuss verletzt. Unklar blieb bislang, ob nur einer oder beide Täter geschossen haben. Die Männer hatten eine größere, schwarze Tasche bei sich und konnten unerkannt flüchten, obwohl beide Polizisten noch zurück feuerten.

Über 700 Hinweise nach dem Polizistenmord

Seitdem läuft die Großfahndung nach den Mördern. In den vergangenen Wochen gingen bei der Augsburger Soko "Spickel" über 700 Hinweise ein, die nach und nach abgearbeitet wurden. Der Schwerpunkt der Ermittlungen konzentrierte sich unter anderem auf Augsburg und Ingolstadt, wo die Täter ihr Motorrad gestohlen hatten. Ob unter den Hinweisen auch der entschiedende Tipp war, der nun zur Festnahme führte, ist nicht bekannt.

Die Hintergründe des Verbrechens an dem Augsburger Polizisten sind bislang völlig unklar. Spekuliert wurde, dass Vieth und seine Kollegin möglicherweise in ein Drogen- oder Waffengeschäft platzten. Denkbar sei auch, dass die Verdächtigen eine größere Straftat vorbereiteten, als sie von den Streifenbeamten gestört wurden. Die Augsburger Polizei will am Freitag weitere Details bekanntgeben.

Die Belohnung für Hinweise zum Augsburger Polizistenmord war zuletzt auf 100.000 Euro erhöht worden.

Horst Seehofer erfreut über Fahndungserfolg

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) äußerte in einer ersten Redaktion seine Genugtuung über den Fahndungserfolg: «Das freut mich ganz besonders», sagte er.

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