Zwei sehr aktive Graffiti-Sprüher sind der Polizei ins Netz gegangen. Nach Recherchen der Arbeitsgruppe Graffiti sollen die beiden insgesamt einen Schaden von rund 20 000 Euro angerichtet haben. Das teilte die Polizei gestern mit.

Bereits Mitte August 2007 wurden die beiden 20-jährigen Augsburger mitten in der Nacht auf frischer Tat im Bereich der Wilhelm-Hauff-Straße (Herrenbach) ertappt und festgenommen. Es stellte sich heraus, dass in derselben Nacht mehrere Objekte im Raum Hochzoll besprüht, beziehungsweise beschrieben worden waren.
Mit Eddingstift und Sprühdose
Nach Abschluss der nun mehrmonatigen Ermittlungen wurden den beiden nun insgesamt 48 Fälle von Sachbeschädigungen aus dem Zeitraum Mai bis August 2007 nachgewiesen. Die jungen Männer brachten laut Polizei mit Eddingstift und Sprühdose ihre Schriftzüge unter anderem an Hausmauern von Schulen, an Schaltkästen und Zigarettenautomaten im gesamten Stadtgebiet von Augsburg und einmal auch im benachbarten Neusäß an. Einer der beiden 20-Jährigen ist geständig, der andere schweigt sich derzeit aus, weil noch anderweitige Ermittlungen gegen ihn laufen.
Die beiden bekommen nun Anzeigen wegen Sachbeschädigung in mindestens 48 Fällen. Außerdem kommen noch entsprechende Schadensersatzforderungen auf das Duo zu.
500 Fälle im Jahr: Die Unterschriften führen zum Täter
Die Arbeitsgruppe Graffiti bearbeitet pro Jahr rund 500 Fälle. Oftmals bringen die "Tags", die Unterschriften der Sprüher, die Ermittler auf die Spur der Jugendlichen. Sobald einer auf frischer Tat ertappt wurde, gleichen die Polizisten seine individuelle Sprüher-Unterschrift mit der auf anderen Graffiti ab. Diese Methode sei sehr zuverlässig, sagt ein Polizist aus der Arbeitsgruppe. "Die Tags nachzumachen ist in der Szene verpönt."
Aus der Statistik geht hervor: Die meisten Täter sind nachts unterwegs, jung und männlich. Nur vereinzelt sprühen Mädchen.
Insgesamt ist die Zahl der Graffiti in Augsburg laut der Arbeitsgruppe leicht rückläufig. Dafür bereitet ein anderer Trend den Ermittlern neuerdings Sorgen. "Aufkleber in allen Varianten tauchen vermehrt im Stadtgebiet auf", sagt einer der Polizisten. Diese klebrigen Botschaften zu entfernen, sei mitunter sehr mühsam.
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