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05. Februar 2009 04:45 Uhr

Sprungbrett in die Malerei

Eine Verneigung vor zwei ganz Großen der Kunstgeschichte unternimmt die in Augsburg lebende Künstlerin Kotek zurzeit in der Neuen Galerie - vor Hans Holbein d. J. (1498 Augsburg - 1543 London) und Caspar David Friedrich (1774 - 1840). Die Arbeiten, die sie im Augsburger Höhmannhaus zeigt, beziehen sich nämlich explizit auf Werke des Renaissancekünstlers und des Romantikers - auf Holbeins 1530 bis 1538 entstandenen "Totentanz"-Zyklus und auf Friedrichs Gemälde "Mondaufgang am Meer" von 1822. Von ANgela Bachmair

Sprungbrett in die Malerei
Foto: ALFA

Das ist nichts Besonderes bei der Malerin mit dem Künstlernamen, dass sie sich in ihren Arbeiten mit Bildern, Grafik oder auch Werbung auseinandersetzt. Dabei übernimmt oder imitiert sie nichts, lässt sich aber offenbar weitreichend anregen - die Vorbilder sind der Künstlerin "eine Art Sprungbrett in den Prozess der eigenen malerischen Kreation", wie es Kurator Thomas Elsen treffend sagt.

So kann man in Koteks vier großformatigen Bildern vielleicht einige kompositorische Elemente aus Friedrichs Stimmungsbild erkennen - gestaffelte Farbbögen, irgendwie angedeutete Figuren im Focus des Lichts, das Auftauchen einer Helligkeit aus dunklen Schleiern, auch eine dämmerige Farbigkeit.

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Farbschleier und Bewegungen

Und ihre Malerei auf Papier - insgesamt 39 Blätter; 15 davon sind gehängt - spiegelt möglicherweise das ebenso karge wie verdichtete Wesen der Holbein'schen Holzschnitte, einer nüchtern-deutlichen grafischen Gestaltung. Sie wirken bisweilen so reduziert wie japanische Kalligrafien, dann wieder so zart bewegt wie Seidenmalerei.

Gleichwohl trägt Koteks Malerei vor allem ihre eigene Handschrift. Die dünnen Lasuren und Farbschleier, die übereinandergelegten Schichten, die aus dem Malprozess entstehenden Akzentuierungen, Schwünge und Bewegungen belegen erneut, wie sich die aus Berlin stammende Künstlerin der reinen Malerei verschrieben hat.

Stärker noch als früher sind Malspuren kenntlich, die nachvollziehen lassen, wie der Pinsel sich auf der Leinwand auslebt. Deutlicher auch treten Hell-dunkel-Kontraste in Erscheinung, wird mit figürlichen oder kalligrafischen Elementen gespielt. Und insgesamt ist auf den Gemälden die Farbigkeit wärmer, gefühlvoller - ein Nachhall des großen Caspar David?

Kotek lässt ihre Arbeiten wie immer ohne Titel. Dass sie die Ausstellung als "Eiertanz" ankündigt, leuchtet nicht so recht ein - auch die sechs eiförmigen Farbminiaturen helfen da nicht weiter.

Bis 29. März Dienstag 10 - 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 - 17 Uhr.

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