Stadtmarketing-Leiterin Ursula Baier Pickartz will die Augsburgblume für Marketing-Zwecke einsetzen. Ein Symbol, das Emotionen weckt. Von Miriam Zissler

Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken. Nur die eine nicht: Das ist in diesem Fall nicht wie im Poesiealbum das Vergissmeinnicht, sondern die Augsburgblume. An vielen Ecken ist sie in der Stadt noch zu sehen und wird bestimmt nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem ziert das Motiv inzwischen T-Shirts, die in der Innenstadt verkauft werden. Das ist noch nicht alles: Darüber hinaus könnte die Augsburgblume weiterhin präsent bleiben.
Ursula Baier Pickartz, Leiterin des zentralen Stadtmarketings, hat die Blume schon immer gefallen. „Ich war von Anfang an entzückt von der Augsburgblume. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich sie entdeckt habe. Sie zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen“, sagt sie. Allerdings hat sie dann immer mit einem schlechten Gewissen gelächelt. Ursula Baier Pickartz: „Es war klar, dass die Augsburgblume das Eigentum anderer beschädigte, sie durch das Graffiti nicht nur Scherereien hatten, sondern auch noch Kosten auf die Eigentümer zukamen.“ Die negative Seite sei unbestritten, sagt sie.



Doch die positive Seite, etwa die Symbolkraft des Motivs, die emotionale Bindung der Augsburger zu der Blume, soll nicht verloren gehen. In diesen Wochen arbeitet Ursula Baier Pickartz an einem Marketingkonzept für die Stadt, die Augsburgblume soll ein Bestandteil davon werden. „Die Augsburgblume ist auch ein Teil von Augsburg geworden, wie der Goldene Saal oder die Fuggerei, mit dem Unterschied, dass sie von heute ist, dass sie erlebbar ist.“ Abgesehen von der strafrechtlichen Seite, dem illegalen Malen des jungen Mannes, ist in ihren Augen die Blume positiv besetzt, weckt Emotionen bei ihrem Betrachter. „Nun geht es darum, die Blume im legalen Bereich zu etablieren“, sagt sie. Wie und wo, das will Ursula Baier Pickartz noch nicht verraten. Darüber macht sie sich Gedanken. Der unkonventionelle Ansatz gefällt ihr.
Die Augsburgblume gefällt auch anderen. Wie berichtet, verkauft der Laden „Vollstoff“ T-Shirts mit Augsburgblume-Aufdruck. Die Nachfrage nach dem Shirt ist so groß, dass es vergangene Woche zu einem Lieferengpass kam, so Christoph Leubner. „Aber wir bekommen regelmäßig Nachschub.“ Und zwar von Florian, einem Freund des 24-jährigen Schöpfers der Augsburgblume. „Ich will dem Motiv damit eine legale Plattform geben“, sagt Florian.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren