Mittwoch, 20. September 2017

28. Mai 2014 01:12 Uhr

Soziales

Stadtjugendring kämpft sich wieder in die schwarzen Zahlen

Dank eines strikten Sparkurses geht es dem SJR nach dem Finanzdebakel wieder besser. Über dem Berg ist er deshalb aber noch lange nicht

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Der Vorstand (von links): Daniel Schweiger (verbandlos), Melike Akça (Jugendgruppe Frohsinn), Jonas Mattejat (Querbeet), Halime Nur Karaman (Jugendgruppe Frohsinn), Fabian Linder (SoFa), Heidi Hofstetter (DGB Jugend), Onur Yildirim (Alevitische Jugend), Franz Schenck (ev. Jugend), Björn Kannler (DGB Jugend).
Foto: Stefan Sieber

Gut ein Jahr nach dem Bekanntwerden des Finanzdebakels ist der Stadtjugendring Augsburg (SJR) immer noch mit den Folgen beschäftigt. Zwar konnten wieder Rücklagen gebildet werden, doch der strikte Sparkurs dauert an, um den Verlust von mehreren Hunderttausend Euro auszugleichen.

Das war Thema bei der Vollversammlung am Montagabend. Heidi Hofstetter, die im Herbst Nachfolgerin von Raphael Brandmiller als Vorsitzende geworden war und auch den neuen Finanzausschuss leitet, sagte: „Wir haben einen sehr harten Sparkurs gefahren, alle Mitarbeiter haben jeden Cent zweimal umgedreht.“ Außerdem habe man unrentable Angebote wie die reine Mittagsbetreuung und kleine Projekte, die keine Fördergelder erhielten, gestrichen. „Generell haben wir alle Strukturen geprüft, die Organisation verbessert und richten die Stelle Teamleitung Finanzen ein, um einen ähnlichen Vorfall in Zukunft auf jeden Fall zu vermeiden“, erklärt die Vorsitzende.

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Eine Mitarbeiterin hatte jahrelang Gebühren für Mittagsbetreuung von Eltern nicht eingefordert und das vertuscht. Die Frau ist nicht mehr beim SJR tätig. Der Bayerische Jugendring ließ einen Anwalt Regressforderungen prüfen – mit dem Ergebnis, dass davon abgesehen wird. Nach Auskunft des BJR liegt kein „gravierendes Verschulden“ vor. Jahrelang war die Aktion der Mitarbeiterin weder dem Geschäftsführer noch dem Vorstand und den Rechnungsprüfern aufgefallen.

Die Sparmaßnahmen haben offenbar Wirkung gezeigt. „Für nahezu alle Projekte konnten die Ausgaben gesenkt werden, wobei die Einnahmen bei den meisten trotzdem gestiegen sind“, so Geschäftsführer Helmut Jesske. Man habe es sogar geschafft, im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben und schuldenfrei zu sein. „Laut unserem Jahresabschluss ergibt das Rücklagen in Höhe von 176000 Euro“, rief er den Delegierten auf der Versammlung stolz zu. Die Erleichterung der Vereinsvertreter war groß. Doch ganz sicher ist die üppige Rücklagen-Summe – zumindest in der angegebenen Höhe – nicht, kalkuliert man doch zum Beispiel teilweise die Einnahmen mit ein, die noch durch die nicht erhaltenen Forderungen für Mittagsbetreuung aus dem Schuljahr 2011/12 fällig sind. Wie viel man von diesen 70000 Euro wirklich noch eintreiben kann, ist ungewiss. „Die Summe an sicheren Rücklagen beträgt 32000 Euro“, meinte Jesske schließlich auf Nachfrage.

Problem: Dem Stadtjugendring waren im Laufe mehrerer Jahre 350000 Euro Gebühren für Mittagsbetreuung verloren gegangen. Forderungen sind jedoch nur bis zum Schuljahr 2010/11 möglich; weiter Zurückliegendes ist verjährt. Das heißt: Die möglichen Forderungen betrugen also „nur“ 210000 Euro. Davon gingen bislang laut Geschäftsführer Jesske 100000 ein. Für den Rest wurden teils Ratenzahlungen vereinbart.

Durch die Reserven soll es auch in Zukunft möglich sein, größere Projekte wie das Modular-Festival, das 2013 laut Projektleiter Stefan Sieber wegen des schlechten Wetters einen Verlust von 13000 Euro einfuhr, durchzuführen.

Nach dem Festival im vergangenen Mai hatte der SJR noch ein kleines Plus bei einem Gesamtumsatz von 270000 Euro verkündet, doch zwischenzeitlich gingen weitere Rechnungen ein. 2014 findet kein Modular statt.

Eltern zahlen Rechnungen nicht

Auch wenn es wieder aufwärtsgehe, nachdem der SJR in einem „desaströsen Zustand“ war, ist man laut Rechnungsprüfer Stefan Tarnowski noch lange nicht wieder auf der sicheren Siegerstraße. Auch wenn die Basis wieder gesund sei, müsse man den Sparkurs konsequent fortsetzen. Es mache „außerdem viele Sorgen, dass noch immer 15 Prozent der fälligen Rechnungen von Eltern nicht bezahlt werden“, klagt er.

Der neue Sozialreferent und Bürgermeister Stefan Kiefer (SPD) zeigte sich zufrieden mit dem Kurs, den der SJR eingeschlagen hat. Nach dem Bekanntwerden des Finanzdebakels stand auch die Stadt Augsburg in der Kritik und prüft die Bücher der Organisation seitdem genauer, was sich vorerst auch nicht ändern soll. Eine Bitte nach mehr Ausfallbürgschaften für Projekte seitens der Stadt blieb jedoch unkommentiert.

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René Lauer

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