Mitarbeiter: "Das ist purer Mist"
Zum Start der Linie 6 sollte die neue Dienstkleidung offiziell präsentiert werden. 450 Fahrer und viele Servicekräfte sollten dabei die neue Uniform anziehen, die ab sofort Pflicht ist. Doch nun wurde die Premiere verschoben - bis Anfang nächsten Jahres.
"Das ist purer Mist", schimpft ein Betroffener. Die Dienstkleidung passe hinten und vorn nicht. Auch die Qualität sei miserabel. Offenbar gab es wohl ernsthafte Probleme beim Waschen der Kleidungsstücke. "Es gibt großen Ärger", sagt ein Mitglied des Betriebsrates.
Dabei wurde jeder der rund 550 Mitarbeiter eigens vermessen, damit die Hosen, Hemden, Blusen und Schuhe passgenau vom Hersteller geliefert werden können. Doch die Rechnung ging nicht auf. "Die Sachen passen einfach nicht", bestätigt Dillmann. Und es wurden zudem keine vollständigen Sätze geliefert. Rund 500 Euro je Montur und Mitarbeiter seien angesetzt, heißt es.
Nach Informationen unserer Zeitung haben die Stadtwerke insgesamt etliche 100 000 Euro investiert. Offiziell will Dillmann aber nur knapp über 200 000 Euro bestätigen. Die Stadtwerke werden wohl Schadensersatzansprüche geltend machen. Der Hersteller sei durch einen kleinen Wettbewerb gefunden worden und nicht unerfahren, ist zu vernehmen. Mehrere Firmen hatten sich um den Auftrag beworben.
Haben die Stadtwerke die Uniformen nicht vorher getestet? "Doch. Einige Mitarbeiter hätten die Sachen probiert", so Dillmann, dem die Sache rätselhaft ist. Doch es gebe "keine Versäumnisse der Stadtwerke", betont der Sprecher. Der Hersteller sei alleine Schuld an der Misere. Auch habe man die Bestellung rechtzeitig aufgeben, sagt Dillmann, ohne aber Details zu benennen. Auch der Namen des Herstellers sei ihm nicht bekannt.
Einzelanfertigung für 550 Mitarbeiter
Erst Ende November wurde die Entscheidung, dass es eine Dienstkleidung gibt und Tragen Pflicht ist, im Unternehmen kommuniziert. Nicht jeder Mitarbeiter war damals von der neuen Anweisung erfreut. In der Vergangenheit gab es schon einmal den Versuch, den Fahrern von Bus und Tram eine Dienstkleidung zu verpassen. Doch dies scheiterte am Veto des Betriebsrates. "Kommentar