Nach dem Stadtbad steht ein weiteres Augsburger Baujuwel zum Verkauf: das Gaswerk in Oberhausen. Gestern bestätigte Stadtwerkechef Claus Gebhardt Informationen unserer Zeitung, wonach die Stadtwerke mit einem Unternehmer über eine Übernahme des europaweit einmaligen Areals verhandeln. Gebhardt beurteilt die Chancen für einen Abschluss skeptisch und geht derzeit davon aus, dass die Stadtwerke Besitzer ihres alten Gaswerkes bleiben. Dieses steht unter Denkmalschutz und wurde erst in diesem Jahr zu einem der sehenswertesten Technikstandorte in Deutschland gewählt. Von Christoph Frey
Es ist das vierthöchste Gebäude der Stadt
Die Stadtwerke bemühen sich seit Jahren, das 8,5 Hektar große Areal zu beleben, das Anfang des 20. Jahrhunderts bebaut wurde und auf dem mit dem 86 Meter hohen Gaskessel das vierthöchste Gebäude der Stadt steht. Mithilfe des Städteplaners Karl Ganser sollen Geschäfte, Gastronomie und Kultur Einzug halten. Derzeit gibt es rund 50 Mieter. Ein vom Neusässer Einzelhändler Schuh-Schmid geplantes Einkaufszentrum auf dem gesamten Gelände wurde zu den Akten gelegt. Gegen das Projekt war der innerstädtische Handel Sturm gelaufen, der eine zweite City-Galerie im Westen der Stadt befürchtet hatte. Die Bauverwaltung hielt die Chancen auf eine Genehmigung für sehr gering.
Zum jetzigen Interessenten wollte Gebhardt keine näheren Angaben machen. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um einen Unternehmer, der im Gaswerk Teile für Pyrolyse-Anlagen (Müllverschwelung) herstellen will. Laut Gebhardt sind Verkauf oder Verpachtung des Geländes grundsätzlich schwierig, weil auf die Belange des Denkmalschutzes Rücksicht genommen werden muss. Zudem sei es auch den Stadtwerken ein großes Anliegen, das alte Gaswerk, das sogar die Feuerstürme des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstand, für die Nachwelt zu erhalten. Deshalb tendiert der Stadtwerkechef dazu, den bisherigen Weg beizubehalten, und das Gelände Schritt für Schritt selbst zu entwickeln.
Rein wirtschaftlich gesehen aber ist die Vorzeigeimmobilie derzeit eher ein Klotz am Bein. So mussten die Stadtwerke schon vor Jahren zwölf Millionen Euro für die Beseitigung von Altlasten zurücklegen, die im Boden schlummern. Geld, welches das Unternehmen gut gebrauchen könnte.
Denn auch im kommenden Jahr werden die Werke, die aus den Gewinnen im Energiegeschäft jährlich an die 40 Millionen Euro in den Nahverkehr pumpen, nach derzeitigem Stand zusätzlich über drei Millionen Euro an die Stadt abführen müssen. Diese Summe lag schon deutlich höher. Allein in den Jahren 2005 bis 2007 lag die Gewinnabführung des städtischen Tochterunternehmens an die Mutter bei über 35 Millionen Euro.
Doch der härter werdende Konkurrenzkampf im Geschäft mit Strom und Gas lässt die Margen des städtischen Unternehmens dahinschmelzen, zudem geht der Kauf von neuen Straßenbahnen mächtig ins Geld. 27 Cityflex-Trams zum Stückpreis von drei Millionen Euro sollen bis Ende kommenden Jahres durch Augsburg kurven.
Eine zuverlässig sprudelnde Geldquelle für die Kommune bleibt dagegen die Wasserversorgung. Auf die Preiserhöhung heuer folgt auf Betreiben der Stadtspitze eine weitere zum 1. Januar, die bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmeter mit 32 Euro zu Buche schlägt. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch in den nächsten Jahren werde es maßvolle Erhöhungen geben, so Gebhardt. »Einblick
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