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15. Januar 2012 14:13 Uhr

SPD

Starke Töne aus München

Festredner Christian Ude begeistert bei seinem Auftritt im Augsburger Rathaus. Am Ende gibt es stehenden Applaus von über 700 Zuhörern.

Christian Ude

Er steht im Ruf, ein brillanter Redner zu sein, der pointiert seine Sätze formuliert. Der es schafft, in einem Nebensatz mehr Inhalt zu verbreiten als manch anderer Redner in einer mehrminütigen Ausführung. Diesem Anspruch ist der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude gestern auch bei seinem Auftritt im Augsburger Rathaus gerecht geworden. Am Ende gab es stehenden Applaus der über 700 Zuhörer für Ude.

Der 64-jährige Münchner Oberbürgermeister will im Herbst 2013 Ministerpräsident werden. Oder wie er es formuliert: „Es gibt die Perspektive, dass nach 55 Jahren unter CSU-Herrschaft ein Regierungswechsel herbeigeführt wird.“ Eine „sozialdemokratisch geführte Landesregierung“ soll die Geschicke Bayerns lenken. „An den Gedanken muss man sich gewöhnen“, sagt Ude und ergänzt zu einem späteren Zeitpunkt der Rede, „dass nun niemand sagen könne, dass hier etwas überstürzt ist“.

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Es sei aber höchste Zeit, dass die CSU-Regierung abgelöst werde. Der noch nicht gekürte Spitzenkandidat der SPD lässt wissen, wofür er steht. Die Bildung liege ihm besonders am Herzen, er beklagt den Mangel an Gerechtigkeit, die Bildung dürfe nicht abhängig vom Geldbeutel der Eltern sein. Bayern benötige mehr Ganztagsschulen, ganz wichtig ist Ude die Abschaffung der Studiengebühren: „Und das werden wir tun.“ Ein Wahlversprechen, an dem sich Ude messen lassen will: „Wahlversprechen müssen erfüllt werden, weil man sich nicht auf die Niederlage verlassen kann.“

Wenn es um die Energiepolitik geht, setzt sich Ude süffisant mit der CSU auseinander. Er hält ihr vor, noch Anfang 2011 „erzählt zu haben, wie wichtig Atomkraft ist“. Nach der Atomkatastrophe von Japan sehe dies anders aus. „Man kann und soll niemand die späte Einsicht vorwerfen“, sagt Ude, erinnert aber gleichzeitig daran, dass die SPD nach Tschernobyl immer auf die Gefahren der Kernenergie hingewiesen habe. Ude sieht sich und die Partei gerüstet für die Landtagswahl 2013. (möh)

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