Dienstag, 31. Mai 2016

07. Februar 2013 06:58 Uhr

Panne

Stelle im Augsburger Bordell angeboten: Kritik an Arbeitsagentur

Nachdem die Arbeitsagentur Augsburg einer 19-Jährigen einen Job in einem Bordell vermitteln wollte, gibt es Kritik an der Behörde. Von Dominik Mai

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Darf die Arbeitsagentur eine Stelle als Servicekraft in einem Bordell vermitteln? Ja, sagt das Augsburger Arbeitsamt, das einer 19-Jährigen einen Job im Großbordell Colosseum anbot (wir berichteten). Wenn vorher ein Gespräch mit dem potenziellen Bewerber stattgefunden habe, könne ein entsprechender Vermittlungsvorschlag bei Interesse verschickt werden, sagt der Geschäftsführer der Augsburger Arbeitsagentur, Roland Fürst.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, sagt die übergeordnete Behörde, die Bundesagentur für Arbeit mit Sitz in Nürnberg. Dort ist man über den Augsburger Fall nicht besonders glücklich. Denn die Vermittlung einer Stelle im Rotlichtmilieu sei genau geregelt, sagt Sprecherin Frauke Wille: Nachdem es in der Vergangenheit bereits ähnliche Fälle gab, gab die Bundesagentur im März 2005 eine Weisung an die einzelnen Dienststellen zum Thema Prostitution heraus.

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Darin ist zu lesen, dass die Bundesagentur sich „aus grundsätzlichen Erwägungen“ dafür entschieden habe, „keine Arbeitsvermittlung in diesem Bereich durchzuführen“. Dies gelte jedoch nicht nur für Stellen als Prostituierte, sondern auch für sogenannte „angrenzende“ Tätigkeiten, wie als Tänzerin oder als Bardame – wie nun in Augsburg geschehen. „Diese Stellen werden nur ausgehändigt, wenn die Kundin oder der Kunde mit dem ausdrücklichen Wunsch nach Vermittlung einer solchen Stelle auf die Agentur für Arbeit zukommt“, ist in der Weisung der Bundesagentur zu entnehmen.

DGB fordert, „unmoralische Stellenangebote“ zu filtern

Dass diese Weisung im Augsburger Amt aufgeweicht wurde, erklärt Matthias Jena, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern, mit einem Fehler im System: „Heute werden Stellen aller erdenklichen Branchen viel schneller an Bewerber weitergereicht, da seit den Hartz-IV-Reformen fast jede Arbeit als zumutbar gilt.“

Die Arbeitsagenturen dürften nicht nur Statistiken im Blick haben, kritisiert der Augsburger DGB-Regionsvorsitzende Helmut Jung: „Sie stehen unter Druck, weil sie möglichst niedrige Arbeitslosenzahlen und möglichst viele offene Stellen vorweisen müssen.“ Ein Fall wie der der 19-Jährigen, der eine Stelle im Bordell angeboten wurde, sei ihm allerdings auch noch nicht untergekommen. „So etwas darf nicht passieren“, sagt Jung. Das verbiete die Seriosität einer solchen Behörde. „Unmoralische Stellenangebote müssen gefiltert werden“, fordert Jung.

Dass Arbeitsagenturen Stellen als Prostituierte nicht vermitteln müssen, hat 2009 das Bundessozialgericht entschieden. „Ein aktives Fördern der Prostitution durch Träger öffentlicher Gewalt lässt sich nicht mit der Wertordnung des Grundgesetzes vereinbaren“, urteilten die Richter.

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