Freitag, 24. November 2017

13. Mai 2013 00:34 Uhr

Konzert I

Stimmkunst pur

Die A-cappella-Gruppen „Cash-n-Go“ und „Vocal Six“ im Reese-Theater Von Stephanie Knauer

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Das Augsburger A-cappella-Ensemble Cash-n-Go umrahmte im ausverkauften Reese-Theater den Auftritt des schwedischen Sextetts „Vocal Six“, das die Augsburger zum gemeinsamen Konzert eingeladen hatten.
Foto: Wolfgang Diekamp

„Vokal.total“ hieß der Wettbewerb, bei dem sie sich 2005 zum ersten Mal trafen. Vokal total war nun auch das zweite Zusammentreffen von „Cash-n-Go“ und „Vocal Six“, den Wettbewerbsgewinnern von damals, in dem ausverkauften Reese-Theater am Wochenende: Das gemeinsame Konzert dauerte dreieinhalb Stunden und war keine Sekunde langatmig.

Das Augsburger Vokalsextett lud die Stimmung erst einmal eine gute halbe Stunde auf, die anschließende schwedische „Boy-Group“ mit der außergewöhnlich sonoren stützenden Basstiefe von Peder Tennek brachte sie zur Explosion. Sechs Charaktere – vier Tenöre, Bariton und Bass – bildeten ein hochkarätiges Ensemble aus sehr präzisem, homogen abgemischtem Vokalensemble-Gesang – mit originalgetreuen und maßgeschneiderten Arrangements und witziger, stimmiger Choreografie; mit wirkungsvoller Lichtregie, die trotz einheitlich dunkler Anzüge jedem Ensemblemitglied freien Entfaltungsraum gab.

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Begeisterungsstürme erntete das Ensemble mehrfach: für das Tom-Jones- und Michael-Jackson-Medley inklusive Moonwalking, die Jump-Parodie und AC/DCs „Highway to hell“, aber auch das schwedische Traditional und vor allem „Take on me“ der norwegischen Band „A-ha“ als Pop-Opera mit karikierender Hamlet-Tragik.

Das souveräne, kraftvolle A-cappella-Ensemble wurde vor 25 Jahren gegründet und ist damit fast 15 Jahre älter als Augsburgs berühmteste Vokalgruppe. Als Cash-n-Go nach dem Auftritt von „Vocal Six“ wieder auftrat, sagte Thomas Haala: „Man traut sich gar nicht mehr auf die Bühne“ – nach dem umjubelten schwedischen Gastauftritt wieder die Bühne betrat.

Das Publikum applaudierte stehend

Doch das Augsburger Sextett schaffte den Direktanschluss geschickt. Statt mit noch mehr Elan begann es mit getragen-homophonem Stimmsatz und Mikrofon-frei und baute den Energie-Level stufenweise wieder auf, bis das Publikum Stehapplaus spendete.

Auch bei den Augsburgern begeisterten die Arrangement-Einfälle, die ebenso den Stimmen wie den Inhalten gerecht wurden wie etwa die schwäbisch-boppige Variante der „Schwäbischen Eisenbahn“, die inzwischen legendäre Bee-Gees-Parodie mit Vocal-Six-Tenor Robert Green im Background und die eindrucksvolle, virtuose Vokal-Fassung von Queens „Bohemian Rhapsody“.

Christina Bianco, einzige Frau im Sänger-Dutzend, sang trotz starker Kehlkopfentzündung bewundernswert gekonnt mit. „We understand, you love a capella“, bemerkte Bariton Per Kockum. Ja, wenn diese anspruchsvolle Sparte so exzellent dargeboten wird wie an diesem Samstagabend.

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