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23. November 2008 19:50 Uhr

Strahlung als mögliche Ursache für Leukämie

Über "Atomkraftwerke und die Folgen" diskutierten Naturschützer, Ärzte und Wissenschaftler im Annahof. Im Mittelpunkt stand zum einen eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), die nachwies, dass Kinder bis fünf Jahre, die in unmittelbarer Nähe von Kernkraftwerken wohnen, häufiger an Krebs und Leukämie erkranken. Zum anderen diskutierten die Teilnehmer die Gefahren, die von alternden Atommeilern ausgehen. VON CHRISTIAN

VON CHRISTIAN MÜHLHAUSE

Die vom BfS in Auftrag gegebene Studie verglich die Krankheitsfälle in den Kreisen mit AKW mit anderen. In einer Presseerklärung des Bundesumweltamtes heißt es zur Studie: "Im Fünf-Kilometer-Umkreis um die Reaktoren wurde im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 festgestellt, dass 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären 17 Fälle zu erwarten gewesen."

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Auch bei anderen Krebserkrankungen liegt die Häufigkeit über dem Durchschnitt. "Wir haben den Vorteil, dass Krebsfälle bei Kleinkindern gemeldet werden müssen und die statistischen Zahlen sehr genau sind. So konnten Forscher einen klar höheren Anteil nachweisen", sagte Raimund Kamm, Vorstand des Vereins Forum Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik. Unzufrieden zeigten sich die Diskussionsteilnehmer, dass die Forscher einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der Nähe feststellten, aber Strahlung nur als eine mögliche Ursache benannt wird.

Kamm verwies auch auf die lokale Bedeutung des Themas. Im nahen Gundremmingen stehe ein AKW und die Energiewirtschaft baue dort das größte deutsche Zwischenlager für Atommüll. "Wenn in dem Kraftwerk etwas passiert, müsste man ganz Augsburg evakuieren." Er und andere haben vor dem Bundesverfassungsgericht Klage gegen das Zwischenlager eingereicht.

"Bei Versicherungen berechnet man das Risiko mit der Formel Wahrscheinlichkeit mal zu erwartender Schadenssumme. Selbst wenn nur einmal in 1000 Jahren ein schlimmer AKW-Unfall passiert, ist der Schaden nicht zu verantworten", sagte Kamm. Ähnlich sah es auch der Physiker Wolfgang Neumann, der sich mit Verweis auf Materialverschleiß gegen eine Laufzeitverlängerung aussprach und wegen der ungelösten Frage des Endlagers einen Ausstieg forderte.

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