Mittwoch, 20. September 2017

14. November 2011 18:38 Uhr

Projekt

Studenten, die anpacken

Sie machen Kinderrutschen sicher, entwickeln neue Ideen für Seniorenreisen oder gestalten Wohnzimmer im Sozialkaufhaus. Beim „Social Day“ an der Uni ruht das Studium. Von Eva Maria Knab

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Man nennt sie oft die Studenten mit dem Tunnelblick. Gemeint ist die Generation, die nach der Bologna-Reform an die Hochschulen kam. Studierende sollen im Eiltempo den Abschluss machen. In nur drei Jahren zum Bachelor. Da bleibt kaum Zeit, sich für andere Dinge zu interessieren oder sich für die Gesellschaft zu engagieren. Rund 150 Augsburger beweisen nun das Gegenteil. Sie lassen ihr Studium für einen Tag ruhen und machen mit beim „Social Day“ der Unversität. Wir sprachen mit einigen Teilnehmern über die Projekte und ihre Erfahrungen.

Zmmer des Monats Täglich kaufen rund 200 Kunden mit wenig Geld im Sozialkaufhaus in Haunstetten Gebrauchtes ein, auch Möbel. „Die Idee war, zu zeigen, dass man mit unseren Sachen eine Wohnung komplett einrichten kann“, sagt Roswitha Kugelmann vom Verein Contact. Den „Social Day“ an der Uni sieht sie als tolle Chance. Drei Studenten helfen, ein „Zimmer des Monats“ einzurichten. Franz Sittl, Seher Cam und Patrick Hoffmann machen sich in einem 16 Quadratmeter großen Abteil als Inneneinrichter an die Arbeit: Fernseher, Bücherregal, Sofa, Sessel, Sideboard, Radio, Teppich und Spielecke. Was passt zusammen, was nicht? Nach sieben Stunden Arbeit ist das Ergebnis ein Wohnzimmer im Retro-Stil.

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„Wir wollen uns nicht abstempeln“ lassen“

Warum die drei beim „Social Day“ der Uni mitmachen? „Vor allem als Wirtschaftsstudent wird man immer nur als gewinnorientiert abgestempelt“, sagt Patrick Hoffmann. Aber auch die soziale Seite sollte nicht zu kurz kommen, findet er. Ihm geht es darum, neue Erfahrungen zu sammeln: „Wenn man mehr gesehen hat, wird es einem später selber helfen.“

Seniorenreisen Der gemeinnützige Verein Videlis veranstaltet seit 20 Jahren betreute Reisen für Senioren, die nicht mehr eigenständig Urlaub machen wollen oder können. „Unsere Gäste sind im Schnitt 82 Jahre alt. Viele haben Handicaps“, sagt Holger Kähler von Videlis. Ein großes Problem des Vereins ist nach seinen Erfahrungen, an die Kundschaft heranzukommen. Ohne Werbebudget sei es schwierig, die Angebote bekannt zu machen. Die Studenten Thomas Brandhofer, Jannik Müller und Sebastian Braun haben am „Social Day“ die Aufgabe, neue Ideen zu entwickeln, wie man diese Zielgruppe besser erreichen kann. Ihr Plan: Der Verein soll Kontakt zu Altenheimen und Seniorenresidenzen aufnehmen, um das Konzept älteren Menschen persönlich vorzustellen. Die zweite Idee der drei ist, eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen Studenten und Senioren anzugehen. Sie können sich vorstellen, eine Reise komplett zu planen, zu realisieren und als Studierende auch selbst betagte Touristen zu begleiten. „Heute morgen um acht hätte ich dazu noch nein gesagt, jetzt kann ich mir das vorstellen“, sagt Jannik Müller am Nachmittag. Thomas Brandhofer ergänzt: „Normal lernen wir in unserem Studiengang Global Business Management Buchhaltung, Mathe und Finanzwirtschaft, aber bei uns ist es guter Brauch, einmal im Studium ein soziales Projekt durchzuführen.“

Kinderrutschbahn Auch in der Kinderkrippe „Sonnenschein“ wartet man an diesem Tag schon auf Studenten der Uni. Sie sollen helfen, den Hügel für die neue Kinderrutsche sicher zu machen, damit es nicht zu Unfällen kommt. Für Irrawaddy Hammerle, Aaron Hofmann, Susanne Gutthäter, Julian Geyer-Klingeberg und Björn Bader ist das kein Problem. Sie greifen zum Bohrer, um die Latten zu montieren. Dann wird der Zaun noch bunt angestrichen. Fertig. Zweites Projekt beim Sozialdienst Katholischer Frauen ist eine „Mehrgenerationenbank“. Sie wird im Garten der Kinderkrippe installiert. Die Senioren nebenan sollen sich dort ausruhen und mit den Kindern Kontakt aufnehmen können. Auch fertig. „Der Stundenplan im Bachelor-Studium lässt einem wenig Zeit, sich zu engagieren“, sagt Aaron, der Sozialwissenschaften studiert. Nun sind die fünf sehr zufrieden, dass sie in der Kinderkrippe anpacken konnten. „Alle freuen sich drüber, das macht einen stolz“, so Julian.

Fazit Der „Social Day“ wurde heuer zum ersten Mal auf die ganze Uni ausgedehnt. Laut Alexander Starnecker vom Organisationsteam haben rund 150 Studenten mitgemacht. Die meisten kamen aus dem Sudiengang Global Business Management, rund 40 Studenten us anderen Bereichen. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr noch mehr werden“, sagt Starnecker.

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