Mittwoch, 20. September 2017

13. September 2017 20:52 Uhr

Augsburg/Dasing

Stundenlange Staus: So kam es zur Unfallserie auf der A8

Bei tief stehender Sonne und Regenschauern kommt es zwischen Dasing und Augsburg zu einer Unfallserie mit 23 Fahrzeugen. Wie diesmal die Rettungsgasse funktionierte. Von Jan Kandzora und Ute Krogull

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Die Bedingungen für Autofahrer auf der A8 waren am späten Dienstagnachmittag doppelt ungünstig. Zum Feierabendverkehr stand die Sonne sehr tief. Und dann gab es am Nachmittag einen plötzlichen Wetterumschwung und es regnete. Zwei Faktoren, die Autofahrer in Schwierigkeiten brachten, und die zu einer regelrechten Unfallserie auf der Autobahn beitrugen. Gleich acht Mal kam es innerhalb weniger Stunden zwischen den Anschlussstellen Dasing und Augsburg-Ost zu Karambolagen, einige davon kleineren Ausmaßes, andere aber mit mehreren Beteiligten und hohem Sachschaden. Immerhin: Zwar wurden bei der Unfallserie sieben Menschen verletzt. Nach Auskunft der Polizei aber erlitten die Beteiligten nur leichte Blessuren.

Lediglich einer der Zusammenstöße ereignete sich in Fahrtrichtung München: Kurz vor der Abfahrt Augsburg-Ost kam es gegen 17.40 Uhr zu einem Auffahrunfall, an dem letztlich drei Fahrzeuge beteiligt waren. Der Grund war hier nach Angaben der Polizei: Unachtsamkeit eines 28 Jahre alten Mannes, der möglicherweise aufgrund der tief stehenden Sonne zu spät erkannte, dass die Fahrer vor ihm abgebremst hatten. Er versuchte noch, nach rechts auszuweichen, touchierte dabei aber zwei Autos, ehe er zum Stehen kam. Zwei der Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, der Sachschaden liegt bei etwa 11500 Euro. Verletzt wurde niemand.

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Unfall-Serie auf A8: Die Umleitungsstrecken waren überfüllt

Kurz zuvor hatte es in Fahrtrichtung Stuttgart unmittelbar nacheinander gleich drei Mal gekracht. Für diese Reihe an Karambolagen notierte die Polizei dieselbe Unfallzeit: 17.25 Uhr. Ein 21-jähriger Autofahrer, der zu spät sah, dass sich der Verkehr vor ihm verlangsamte, konnte nicht rechtzeitig bremsen und kollidierte mit einem weiteren Fahrzeug. Sein Auto geriet nach Auskunft der Polizei ins Schleudern, touchierte ein anderes Fahrzeug, krachte gegen die Mittelleitplanke und blieb schließlich quer zur Fahrtrichtung stehen. Der Unfallverursacher zog sich Prellungen an den Beinen zu, ein weiterer Fahrer erlitt Beschwerden im Halswirbelbereich. In unmittelbarer Folge dieser Karambolage kam es auf der Strecke in Richtung Stuttgart zu zwei weiteren Unfällen. In einem Fall waren drei Fahrzeuge beteiligt, von denen zwei abgeschleppt werden musste, im anderen Fall wurden gleich vier Autos beschädigt, zwei davon hatten einen Totalschaden. Nach diesem Zusammenstoß hatten vier Menschen Beschwerden im Halswirbelreich.

Es waren nicht die letzten Karambolagen des Abends. Der erste Unfall ereignete sich gegen 17.20 Uhr kurz vor der Anschlussstelle Augsburg-Ost, der letzte gegen 20.30 Uhr an der Ausfahrt Dasing. Wie berichtet, staute sich der Verkehr aufgrund der Unfallserie stundenlang. Der betroffene Autobahnabschnitt wurde zwischen 17.30 und 22.20 Uhr in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Auf den Umleitungsstrecken wie der B300 und der AIC25 kam es dadurch zu erheblichem Verkehrsaufkommen.

Die von der Polizei notierten Unfallursachen ähneln sich: Unachtsamkeit, tief stehende Sonne bei gleichzeitigem Regen. Generell, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann, empfehle es sich bei solchen Bedingungen als Autofahrer, die Geschwindigkeit deutlich zu verlangsamen, ausreichend Abstand zu halten und bremsbereit zu sein. Die Chance, einen Unfall zu verhindern, sei dadurch deutlich höher.

Einmal mehr gab es Probleme mit der Rettungsgasse

Die Gesamtbilanz des Abends: Der Sachschaden beläuft sich auf knapp 150.000 Euro, insgesamt waren an den Unfällen 23 Fahrzeuge beteiligt. Und Polizei und Rettungskräfte beklagten einmal mehr, dass es Probleme mit der Rettungsgasse gegeben habe. Betroffen war unter anderem die Freiwillige Feuerwehr Friedberg. Deren Mitglied Jürgen Heigl war beim Einsatz dabei und berichtet: „Wir mussten vier Kilometer durch den Stau fahren. Die Rettungsgasse funktioniert nur ein paar hundert Meter am Stück, dann steht wieder jemand im Weg.“

Die Problematik habe sich zwar im Lauf der Zeit insgesamt verbessert. Doch offenbar versuchen, laut Heigl, immer wieder Fahrer, die Gasse zum Überholen oder zum Spurwechsel zu nutzen, sobald die ersten Einsatzfahrzeuge vorbeigekommen sind. Ob Pkw, Bus oder Lastwagen – da gebe es keinen Unterschied im Fehlverhalten. „Selbst Berufskraftfahrer wissen offenbar nicht, wie man sich verhält.“ Es gebe kaum eine Handhabe dagegen, weil die Einsatzkräfte mit Wichtigerem beschäftigt sind.

Einem Polizeiauto kam an der Autobahnauffahrt Dasing sogar ein Geisterfahrer entgegen. Der 57-Jährige hatte den Stau gesehen und in der Auffahrt gewendet. Ihn erwartet nun eine Anzeige.

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